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So pflegen Sie reife Haut richtig

Irgendwann ist es so weit: Die Haut wird schlaffer und die einen oder anderen Fältchen lassen sich nicht mehr verstecken. Eine Dermatologin erklärt, worauf Sie bei der Pflege von reifer Haut achten sollten.

Hautpflege

Mit der Zeit ist die Haut nicht mehr so straff, wie sie es einst war und Fältchen sowie Pigmentflecken gehören zum Hautbild dazu. Das ist ganz normal und der Lauf der Zeit. Klar ist: Unsere Haut braucht zu jeder Zeit ausreichend Pflege. Worauf Sie dabei bei reifer Haut achten sollten, verrät Malgorzata Rylska (41), Fachärztin für Dermatologie in der Skinmed Klinik in Aarau, im Interview mit Vayamo.

Vayamo: Ab wann beginnt die Haut zu «altern»?

Malgorzata Rylska: Bereits ab dem 20. Lebensjahr treten Veränderungen in den Hautstrukturen auf. Ab dem 30. Lebensjahr wird die Haut weniger mit Feuchtigkeit versorgt, da es zur Reduktion von den Schweiss- und Talgdrüsen kommt, die für die Feuchtigkeitsversorgung verantwortlich sind. Ebenso wird mit der Zeit weniger körpereigene Hyaluronsäure gebildet, die für die Feuchtigkeitserhaltung verantwortlich ist. Auch die Kollagenfasern schrumpfen pro Jahr um ungefähr ein Prozent, wodurch Fältchen und Falten entstehen. Der Anteil elastischer Fasern in der Haut sinkt und die Haut verliert so an Elastizität. Zusammengefasst: Reife Haut ist trockener, faltiger, weniger widerstandsfähig und weniger elastisch als jüngere Haut.

Worauf sollte man also bei der Hautpflege im Alter achten?

Das wichtigste ist der Lichtschutz – und das in jedem Alter! Schützen Sie Ihre Haut mit einem hohen Lichtschutzfaktor und tragen Sie die Sonnencreme bei Sonnenexposition mehrmals täglich auf. Ein guter Lichtschutz ist nämlich das beste Anti-Aging-Produkt. Ein zweiter wichtiger Punkt ist das abendliche Abschminken. Tun Sie dies immer gründlich, denn dadurch entfernt man nicht nur die Make-up-Reste, sondern befreit die Haut auch von Talg-, Fett- und Schmutzpartikeln. So werden die Poren nicht verstopft, was sonst zu Unreinheiten führen kann.

Zu welchen Produkten sollte man bei der Pflege von reifer Haut greifen?

Reinigungstücher sind auf jeden Fall kein gutes Abschminkmittel. Benutzen Sie lieber Mizellenwasser, Reinigungsmilch oder Reinigungsgele. Generell gilt: Passen Sie Ihre Pflege an die Hautbedürfnisse an. Dabei ist weniger meistens mehr. Die Pflegeroutine sollte man zudem nicht zu häufig wechseln. Für einen individuellen und massgeschneiderten Pflegeplan kann man eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen. Allgemein gilt:

  • Feuchtigkeitsspendende Produkte, die zum Beispiel Urea oder Niacinamid enthalten, sollten täglich auf den Körper aufgetragen werden.
  • Zu den Pflege-Must-have gehören zudem Antioxidantien wie Vitamin-C-Produkte und Retinoide.
  • Auch Hyaluronsäure ist ein wichtiger Inhaltsstoff von Pflegeprodukten wie Seren oder Cremes. Die Säure bindet Feuchtigkeit an der Hautoberfläche.
  • Bei fettiger, unreiner Haut können ein- bis zweimal pro Woche Peelings angewendet werden. Unreinheiten sind bei reifer Haut meistens schwieriger zu behandeln und benötigen einen komplexen Behandlungsplan.

Gibt es Hautkrankheiten, für die man im Alter anfälliger ist?

Es gibt eine Reihe an ernsthaften oder auch störenden Hautveränderungen, die im Alter häufiger auftreten:

  • Hauttumore – sowohl gutartige, als auch bösartige – als Konsequenz lebenslanger Lichtschäden. Hier kann die Ursache jedoch auch genetisch prädisponiert sein.
  • Hautneubildungen wie beispielsweise sogenannte Alterswarzen, Blutschwämmchen oder vergrösserte Talgdrüsen.
  • Pigmentflecken, Hyperpigmentierungen oder unterschiedlich helle respektive dunkle Pigmentierung (Poikilodermie) als Zeichen chronischer Lichtschäden.
  • Ekzeme, übermässig trockene Haut und Juckreiz als Zeichen der Alterungsprozesse.
  • Dermatosen oder Hautinfektionen in den Hautbeugen und Falten. Diese kommen vor allem bei gewisser Prädisposition wie Diabetes oder Adipositas vor.
  • Virale, Pilz- oder bakterielle Hautinfektionen.
  • Chronische Wunden.

Gibt es Dinge, die man schon in jungen Jahren tun kann, um im Alter Hautprobleme zu vermeiden?

Wie bereits erwähnt, ist Sonnenschutz die beste Anti-Aging-Massnahme. Starke Sonnenexposition und Solariumbesuche zu vermeiden, trägt hierzu bei. Zudem sollte die Hautpflege stets den Bedürfnissen und dem Zustand der Haut angepasst werden. Weil man der Haut Stress direkt ansieht, sollten Sie sowohl auf Ihre mentale als auch auf Ihre physische Gesundheit achten. Ein gesunder und ausgewogener Lifestyle zahlt sich aus. Zu guter Letzt: Übertreiben Sie mit der Pflege und Behandlungen nicht. Bei der Haut gilt meistens, weniger ist mehr.

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