• Gesundheit & Körper

So gehen Sie mit Hitzewallungen in den Wechseljahren um

Hitzewallungen gehören bei vielen Frauen zu den Wechseljahrsbeschwerden. Eine Biologin erklärt, wie Sie damit umgehen können.

Hitzewallungen

In den Wechseljahren macht der weibliche Körper viele Veränderungen durch, was gewisse Beschwerden mit sich bringt. Dazu gehören in vielen Fällen auch Hitzewallungen. Die Biologin und Phytotherapeutin Dr. Andrea Küthe Albrecht (50) vom JIVITA Zentrum für Komplementärmedizin Bethanien klärt im Interview mit Vayamo über das Phänomen auf.

Vayamo: Viele Frauen erleben in den Wechseljahren Hitzewallungen. Was passiert beim Hitzegefühl im Körper?

Dr. Küthe Albrecht: Die Hitzewallungen gehören zu den milderen Wechseljahrsbeschwerden. Wenn eine Frau plötzlich von einer Hitzewelle überrollt wird, dann weiten sich im Körper die Blutgefässe, die Durchblutung in den äusseren Körperregionen nimmt zu. In der Folge rötet sich die Haut, auch im Gesicht, und die Hauttemperatur steigt. Oft bricht den Frauen dann noch der Schweiss aus. Später kehrt sich das Ganze dann um: Durch das Schwitzen und den Abfall der Körperkerntemperatur beginnen die betroffenen Frauen nach einer Hitzewallung oft zu frieren.

Gibt es weitere Symptome, die Hitzewallungen begleiten?

Durchaus. Manchmal kommt es mit den Hitzewallungen auch zu Herzklopfen. Dahinter verbirgt sich aber keine Herzerkrankung – es handelt sich um eine natürliche Reaktion des Kreislaufs. Meist beruhigt sich der Herzschlag auch schnell wieder. Die Hitzeschübe können auch nachts auftreten und den Schlaf stören. Am Anfang der Wechseljahre sind die Hitzewallungen am häufigsten, danach nehmen sie langsam wieder ab. Nach ein oder zwei Jahren verschwinden sie meist von alleine.

Was ist der Auslöser für Hitzewallungen?

Als Ursache von Hitzewallungen wird die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren angenommen. Allerdings treten nicht bei allen Frauen Hitzewallungen in den Wechseljahren auf. Man nimmt an, dass der zurückgehenden Östrogenspiegel und die damit verursachte Beeinträchtigung des Körpers der Temperaturregulation verantwortlich für die Hitze ist. Den genauen Mechanismus versteht man aber bis heute nicht. Hitzewallungen können zudem durch scharfe Speisen, viel Kaffee, Alkohol, sehr heisse Getränke, Übergewicht, Fettleibigkeit (Adipositas) oder Stress im Beruf und Alltag verursacht beziehungsweise verschlimmert werden.

Was kann man selbst gegen Hitzewallungen unternehmen?

Es gibt verschiedene Hausmittel, die man bei Hitzewallungen anwenden kann. Salbei hilft gegen übermässiges Schwitzen. Dieser kann als Tinktur, in Form von Frischpflanzensaft oder als Tee eingenommen werden. Achten Sie beim Tee darauf, dass dieser nur lauwarm oder kalt getrunken wird. Äusserlich kann besonders starker Salbeitee in einem Sprühfläschchen, wenn die Hitzewallung kommt, auf die Haut gesprüht werden. Der Tee wirkt desodorierend und zusammenziehend.

Tagsüber können Sie auch mit Zitronenwaschungen gegen die Hitzewallungen wirken. Lösen Sie dafür einen Teelöffel Salz in einem Liter warmem Wasser auf und geben Sie einen bis drei Tropfen ätherisches Zitronenöl hinzu.

Bei der Gemmotherapie werden Arzneien aus den jungen Knospen der Pflanzen hergestellt. Bei klimakterischen Hitzewallungen mit nervösem Herzen können diese etwas bewirken. Nehmen Sie dafür morgens die Himbeere ein, mittags den Weisdorn und abends die Eberesche. Die Pflanzenpräparate sind in Spray-Form erhältlich. Nehmen Sie täglich je zwei Sprühstösse ein.

Ab wann sollte man zum Arzt?

Wenn das Alltagsleben und die Lebensqualität entscheidend durch Hitzewallungen beeinträchtigt werden, sollte man einen Arzt aufsuchen. Zudem könnten nicht nur Wechseljahre der Grund für die Hitzewallungen sein. Es gibt nämlich noch andere Ursachen für Hitzewallungen – beispielsweise Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes, Allergien oder Tumore.

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