Welche der 5 Sprachen der Liebe sprechen Sie?

Lob, gemeinsame Zeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und Berührungen – das sind die 5 Sprachen der Liebe. Sie helfen uns auszudrücken, wie wir lieben und geliebt werden. Was genau dahinter steckt, verrät ein Paartherapeut im Interview.

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Sie versuchen, Ihrem Partner durch gemeinsame Erlebnisse Ihre Zuneigung zu zeigen, doch dieser nimmt Ihre Bemühungen nicht wahr? Obwohl Sie ihm zeigen möchten, dass Sie ihn lieben, gehen die Bemühungen direkt an ihm vorbei.

Geht es nach dem US-amerikanischen Psychologen und Beziehungsexperten Gary Chapman (82) könnte das Problem darin liegen, dass Sie zwei unterschiedliche Liebessprachen sprechen. Das kann zu Missverständnissen führen. Während Sie Ihre Liebe durch gemeinsame Zeit ausdrücken, ist für Ihren Partner vielleicht Anerkennung wichtiger.

Eric Hegmann (54) ist Paartherapeut und Single-Coach. Im Gespräch mit Vayamo erklärt er, wie ein solcher Konflikt gelöst werden kann und was das Prinzip der fünf Liebessprachen genau ist.

Vayamo: Was genau verbirgt sich hinter den fünf Liebessprachen?
Eric Hegmann: Die fünf Liebessprachen sind keine Wissenschaft, sondern ein modellhafter Erklärungsversuch für unterschiedliche Vorlieben und Wahrnehmungen innerhalb einer Beziehungsdynamik. Dabei existieren die Liebessprachen nicht nur in einer romantischen Beziehung. Sie sind in jeder Beziehungsdynamik, so auch in einer familiären oder freundschaftlichen Beziehung, vorhanden. Je nachdem, wo sich das Gegenüber hier wiederfindet, wünscht man sich beispielsweise Anerkennung und Wertschätzung durch Aufmerksamkeit, durch Körperlichkeit oder durch materielle Zuwendungen.

Und in der Praxis, wie lässt sich das Prinzip der fünf Liebessprachen in einer Beziehung umsetzen?
In der Praxis der Paartherapie funktionieren die fünf Liebessprachen als Erklärungsmodell für die Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit der Partner sehr gut, weil sie eingängig und nachvollziehbar sind. Die Partner können lernen, die Liebessprache des anderen zu dechiffrieren. Das bedeutet: Sie erkennen, dass der Partner sie durchaus liebt, dies nur anders zeigt und erwartet. Dadurch wird die Achtsamkeit erhöht und trainiert. Paare, die ein Verständnis für die Liebessprachen entwickeln, zeigen im ersten Schritt mehr Achtsamkeit füreinander und im zweiten Schritt mehr Dankbarkeit. So kann eine sichere Verbindung entstehen.

 

PictureEric Hegmann (54) ist Paartherapeut, Single-Coach
und hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft
und Partnersuche veröffentlicht. Hegmann kennt das
Modell der fünf Liebessprachen genau.
© eric-hegmann.de
 
Wie findet man seine oder die bevorzugte Liebessprache des Partners?
Der Test ist die sicherste Methode. Den findet man in den Büchern von Gary Chapman oder in meinem Online-Test. Natürlich kann man auch darauf achten, wann man sich bei welchen Verhaltensweisen seines Partners besonders wohl und geliebt fühlen. Allerdings erlebe ich häufig, dass sich Menschen hier gar nicht so gut einschätzen.

Was, wenn man nicht die gleiche Liebessprache wie der Partner spricht?
Wie bei Fremdsprachen ist es auch hier so: Man kann mehr als eine beherrschen und zusätzliche Sprachen lernen. Klären, was den Partner ganz konkret glücklich macht, welche Verhaltensweisen ihn glücklich machen. Dazu kann man die Fragen des Tests verwenden, um sicherzugehen. So kann man herausfinden, welche Liebessprachen beide bevorzugen. Wir sprechen häufig nicht nur eine Liebessprache, sondern haben alle Sprachen zu einem gewissen Grad ausgeprägt.

Ist das Beherrschen der Liebessprachen der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung?
Der einzige Schlüssel ist die Sprache der Liebe nicht. Aber sie ist ein Schlüssel, und vor allem ein leicht verständliches Modell, um eines der wichtigsten Dinge in einer Beziehung zu erkennen: Alle Bedürfnisse sind zunächst gleichberechtigt. Es ist nicht besser oder schlechter, Aufmerksamkeit durch Intimität erfüllend zu finden als durch Hilfsbereitschaft.

Welchen Tipp haben Sie für Paare, die Ihre Liebessprache finden wollen?
Seien Sie aufmerksam und tauschen Sie sich viel aus. Besprechen Sie Ihre Wünsche und Hoffnungen und Ängste. Lernen Sie, die Liebeslandkarte Ihres Partners kennen, was ihn oder sie beschäftigt, beruhigt, wann er sich geliebt fühlt. Das ist nicht schwer, wenn Sie Achtsamkeit und Dankbarkeit füreinander üben.

 

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Die 5 Sprachen der Liebe

Die fünf Sprachen der Liebe wurden vom US-amerikanischen Paar- und Beziehungsberater Gary Chapman (82) definiert.

Lob und Anerkennung

Personen, deren Liebessprache Lob und Anerkennung sind, drücken ihre Liebe verbal aus. Die Liebe wird durch Worte kommuniziert und äussert sich häufig in ausgesprochenen Komplimenten und Wertschätzungen.

Gemeinsame Zeit

Personen, bei denen diese Liebessprache ausgeprägt ist, schätzen die Zweisamkeit. Zeit ist wertvoll und es ist speziell, wenn sie sich viel Zeit nur für das Gegenüber nehmen. Sie schätzen gemeinsame Aktivitäten und exklusive Aufmerksamkeit.

Geschenke

Personen, die Geschenke als ihre Liebessprache empfinden, sind nicht einfach materialistisch. Häufig kommt es gar nicht auf den materiellen Wert der Geschenke an. Vielmehr steht der dahinterliegende Gedanken, die Kreativität, Überraschung, Aufmerksamkeit auf die unausgesprochenen Wünsche und Bedürfnisse des Beschenkten im Zentrum. Das Geschenk drückt aus: «Ich habe mir Zeit genommen und Gedanken gemacht, wie ich dir eine möglichst grosse Freude bereiten kann.»

Hilfsbereitschaft

Personen, deren Liebessprache die Hilfsbereitschaft ist, möchten Leistungen für das Gegenüber vollbringen. Auch hier spielt nicht die Grösse der Leistung die entscheidende Rolle. Es können die kleinsten Dinge sein, wie das Geschirr spülen oder etwas für den anderen abholen. Für diese Personen ist Hilfsbereitschaft etwas Selbstverständliches und geht Hand in Hand mit Liebe.

Berührungen

Personen, die Zärtlichkeit als ihre Liebessprache wahrnehmen, drücken ihre Gefühle mit Berührungen aus. Hier gilt: Eine Umarmung sagt mehr als tausend Worte. Physische Intimität ist ihnen sehr wichtig und sie verspüren Liebe bei zärtlichen Gesten, wie eine Hand auf der Schulter.

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