Was ist eigentlich Reiki?

Mit der japanischen Alternativtherapie Reiki werden Batterien wieder aufgeladen. Innere Unruhe wird ausgeglichen, und man schöpft neue Energie. Wie genau das passiert, verrät eine Reiki-Meisterin.

PictureEin Reiki-Meister fungiert als Kanal, der Energie bündelt und sie dem Klienten weitergibt. © Getty Images

Alternative Heilmethoden sind heute gefragter denn je. «Gerade jetzt während der Corona-Pandemie ist die Nachfrage sehr gestiegen. Auch Online-Kurse sind seit der Pandemie beliebter geworden», sagt Yvette Plimmer (49), Therapeutin und Reiki-Meisterin/Lehrerin, zu Vayamo.

Vor allem würde bei den Menschen der Wunsch im Vordergrund stehen, sich selbst und die Familie bei mentalen und körperlichen Beschwerden behandeln zu können. Und genau dies lässt sich mit Reiki, der japanischen Energie- und Heilkunst, erreichen.

«Reiki stärkt das Urvertrauen», führt Plimmer an. Mit Reiki werde man kraftvoller und gelange zu mehr positiver Energie, die einem in Zeiten wie diesen Zuversicht gibt.

Als die gelernte Direktionsassistentin und dreifache Mutter im Jahr 2004 in die Schweiz zurückkehrte, nachdem sie einige Jahre in Australien und Südengland gelebt hatte, war das Energetische Heilen noch nicht so bekannt. Die Leute waren dem gegenüber sehr verschossen und hatten noch Skepsis und Vorurteile.

Heute seien es vor allem die Jungen, bei denen Plimmer ein grosses Interesse wahrnimmt. Junge Menschen stehen laut der Alternativtherapeutin heute dem Thema offener gegenüber, nicht zuletzt, da sie früher oder später mit diesem Thema konfrontiert werden und ihr kritisches Denken noch nicht so ausgeprägt ist. «Viele denken schon früh extrem bewusst an alternative Methoden und sind spirituell weiter, als meine Generation es mit 20 war.»

Woher kommt Reiki?

Reiki stammt ursprünglich aus Japan. Obwohl die Heilmethode schon Jahrtausende alt ist, wurde sie erst Anfang des 20. Jahrhunderts vom Japaner und buddhistischen Mönch Mikao Usui wiederentdeckt und verbreitet. Usui wird daher meist als Begründer von Reiki gehandelt.

Reiki setzt sich aus den japanischen Wörtern «Rei» und «Ki» zusammen. Ersteres bedeutet «Gottes Weisheit» und zweiteres steht für «Lebenskraft» oder «Energie». Übersetzt wird das ganze Wort also meist als «spirituell geführte Lebenskraft».

Reiki ist keine Religion, wobei das Ziel der alternativen Heilmethode körperliche und geistige Gesundheit ist. Dabei bedienen sich Meister der Energie, die alles und jeden umgibt und durchdringt.

Wie funktioniert Reiki?
«Es gibt zwei Arten, Reiki anzuwenden: aus der Ferne (Ferntherapie) und die klassische Methode bei mir in der Praxis», erklärt Plimmer. Bucht jemand einen klassischen Termin bei der Reiki-Meisterin, wird erst das Anliegen besprochen, sofern der Klient darüber sprechen möchte. Anschliessend legt er sich bekleidet auf die Liege. «Auch den Schmuck dürfen die Klienten anbehalten. Denn die Energie fliesst überall durch. Sogar durch einen Gips.»

Dann darf sich Plimmers Klient bei meditativer Musik entspannen und an etwas Schönes denken. Dies ist aber nicht zwingend, der Klient darf auch einfach an nichts denken.

Was dann geschieht, ist der eigentliche Teil von Reiki: «Ich als Reiki-Meisterin bin lediglich der Kanal, durch den die ‹universelle› Energie fliesst. Ich leite diese an den Klienten weiter», erklärt Plimmer. Dafür legt sie die Hände – von Kopf bis Fuss – an verschiedenen Stellen des Körpers auf oder behandelt ohne Berührung in der Aura. Etwa 20 Handpositionen gibt es insgesamt während einer Sitzung.

Was passiert im Körper während einer Reiki-Sitzung?

Wahrgenommen wird der Effekt von Reiki von allen Menschen unterschiedlich. «Meine Hände werden sehr heiss. Es kann durchaus passieren, dass der Klient einschläft und nichts mitbekommt. Oder aber er spürt den Energiefluss, was sich via Kribbeln, Ziehen, Grummeln im Bauch oder ein Gefühl des Ausdehnens bemerkbar macht. Es kommt auch oft vor, dass sie Bilder und Lichter wahrnehmen. Ausserdem können Emotionen hochkommen.»

Je nachdem, was behandelt wird, ergeben sich andere Effekte. Ein Klient, der Bauchweh habe, fühle etwas anderes, als jemand, der mit Kopfschmerzen zu Plimmer komme. «Nach der Sitzung sind manche voller Energie, andere sind tiefenentspannt. Man kann es auch mit einem Computer-Betriebssystem vergleichen, wenn man ein Update gemacht hat. Fehler werden dadurch behoben. Man resetet Körper und Geist.»

 

PictureYvette Plimmer hat jahrelange Erfahrung im Bereich Reiki. Sie führt zwei Praxen, in der Stadt Zürich und in Affoltern am Albis ZH. © zVg

Die Energie aktiviere die Selbstheilungskräfte des Körpers. Plimmer erklärt: «Wenn wir uns in den Finger schneiden, so heilt das ja ganz schnell wieder. Der Körper regeneriert sich von selbst. Selbstheilungskräfte sind also ganz normal. Bei jungen Menschen oder Kinder funktioniert dies sehr schnell. Bei älteren Menschen kann das schon etwas länger dauern.» Im Alter regeneriere sich der Körper einfach nicht mehr so schnell.

Reiki wirke aber bei allen, ob jung oder alt. Aus der von Reiki gegebener Kraft schöpfe der Körper neue Lebensenergie, Seele und Geist kommen in Balance.

Für wen eignet sich Reiki?

Reiki wird als eigene Heilmethode oder alternativ zur ärztlichen Behandlung angewandt. «Es ist immer unterstützend», sagt Plimmer. Reiki ersetzt den Besuch beim Arzt nicht.

Zu Plimmer in die Therapie kommen Menschen im unterschiedlichsten Alter und mit den verschiedensten Problemen. «Von Migräne über Entzündungen bis hin zum Bänderriss am Fuss habe ich schon alles erlebt», erzählt die Reiki-Meisterin.

Auf der emotionalen, als auch körperlichen Seite wirke Reiki äusserst unterstützend. Menschen, die sich in einem Selbstfindungsprozess befinden oder mit Depressionen, Ängsten und Sorgen zu kämpfen haben, können so ihre innere Kraft stärken.

Etwas, was Plimmer, nie vergessen wird: «Ein Komapatient auf der Intensivstation, den die Ärzte aufgegeben hatten, da die Schulmedizin nichts mehr machen konnte, erwachte nach zwei Tagen Reiki-Therapien wieder.»

«Ich durfte auch die Erfahrung von Sterbebegleitung machen. Eine sehr schöne und erfüllende Arbeit.» Plimmer erzählt, dass sie die Schmerzen der Klientin lindern und ihr noch etwas Gutes mit auf den Weg geben konnte.

Kann jeder Reiki lernen?

Grundsätzlich könne laut Plimmer jeder Reiki lernen. Doch bei manchen fliesst die Energie einfach stärker wie bei anderen. «Es ist wie bei einem Lavabo. Wenn das Abflussrohr verstopft ist, dann fliesst nicht so viel Wasser durch. Dasselbe ist mit der Energie und dem eigenen Kanal.» Nehme ein Mensch Medikamente oder sei er negativ eingestellt oder krank, dann könne das zu Blockaden im System führen.

Es sei also wichtig, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Die Ernährung und Kosmetika ohne Chemie spielen eine wichtige Rolle, weshalb Plimmer ihren Klienten vegane Produkte als Unterstützung empfiehlt. Ebenso sollten die Gedanken überwiegend positiv und von Liebe geprägt sein.

Reiki-Therapeuten können auch sich selbst heilen, was besonders wichtig ist. «Ein Therapeut sollte – mehr oder weniger – heil sein, bevor er die Energie an andere weitergibt», stellt Plimmer klar.

Gibt es Studien zu Reiki?

Skeptiker führen die Wirkung von Reiki in erster Linie auf den sogenannten Placebo-Effekt zurück. Dieser Effekt wird auch als Scheinbehandlung bezeichnet, weil der Patient Medikamente verabreicht oder Behandlungen bekommt, die keinen medizinisch-nachgewiesenen Heilprozess haben. Der Patient weiss davon aber nicht und nimmt dennoch eine Besserung wahr.

Studien zu Reiki wurden in der Vergangenheit mehrfach durchgeführt. Einen Zusammenhang zwischen einem Heilprozess und der Therapie konnte bisher nicht festgestellt werden.

Wichtig für Plimmer: «Ich versuche, die Menschen in ihre Selbstkraft zu bringen und überrede auch niemanden zu etwas. Wer eine Reiki-Sitzung wünscht, ob vor Ort oder fern, ist ja grundsätzlich offen, und skeptisch darf er durchaus auch sein.» Abgesehen von allem anderen sei Reiki aber vor allem auch entspannend. «Man muss nicht krank sein, um Reiki zu erfahren. Gerade in der aktuellen Zeit ist es wichtig, einfach loslassen und sich tief zu entspannen und den Kopf zu befreien.»

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