Unter dem Erfolg leidet das Sozialleben

Erfolgreiche Menschen sind nur auf ihren eigenen Vorteil aus und legen darum ein egoistisches Verhalten an den Tag? Das kann durchaus sein, wie eine Studie zeigt.

Picture© Getty Images/Cultura RF

Geben wir es zu, es war doch früher in der Schule bei den Strebern schon ein bisschen so: Ihren Erfolg mit anderen teilen wollten sie nur ungern. Abschreiben liessen sie andere nie. Sie waren unbeliebt wegen ihren immer guten Noten, aber auch ihrem unsozialen Verhalten.

Auch bei Erwachsenen kommt es vor, dass der Erfolg zu weniger sozialem und empathischem Verhalten führt. Denn schliesslich sind karriereorientierte Menschen auf ihr Weiterkommen aus und kämpfen sich dafür mit den Ellbogen und ohne Rücksicht auf Verluste an allen vorbei. Mitleid legen sie nur selten an den Tag.

Das zeigt eine Studie des University College London. Ein Forscherteam um Experimentalpsychologin Ana Guinote hat herausgefunden, dass Menschen, die weniger erfolgreich sind, sich sozialer verhalten. Ihr Gemeinschaftssinn ist ausgeprägter, und sie sind eher bereit, anderen zu helfen als Personen, die grossen Erfolg feiern.

Tests mit Studenten

Die Studie wurde im Dezember 2014 in der US-amerikanischen wissenschaftlichen Fachzeitschrift «PNAS» veröffentlicht. Für die Erhebung wurden Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen rekrutiert. Im Vorfeld wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt: Den einen wurde mithilfe von psychologischen Methoden eingeredet, dass ihr Studium besonders hochstehend sei, während sich die anderen anhören mussten, dass ihre Fachrichtung eher unbedeutend sei. Anschliessend wurde beobachtet, ob die Studenten einer Person helfen würden, welche einen Stift fallen liess.

Das Ergebnis zeigte: Die Studenten, die glaubten, dass ihr Studium weniger wert ist, halfen mehr als die Studierenden, die überzeugt waren, eine bedeutende Fachrichtung gewählt zu haben.

Auch an einer Kunsthochschule wurde ein solches Experiment durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden anfangs davon überzeugt, dass ihre Universität entweder einen niedrigen oder hohen Status geniesst. Im Anschluss zeigte sich, dass die Probanden, die glaubten, an einer minderwertigen Einrichtung zu studieren, für ihre Zukunftspläne eher gemeinnützige Ziele verfolgten. Die Gemeinschaft lag ihnen mehr am Herzen, als die Erfüllung von egoistischen Zielen und das Erlangen eines höheren Ansehens.

Schon Kinder verhalten sich unsozial

Auch bei Tests mit Vorschulkindern zeigte sich, dass nicht jeder gleich sozial denkt. Dafür wurden rund 50 Vorschulkinder, die im Durchschnitt 4,7 Jahre alt waren, in einem Versuch je zwei Kindern im selben Alter und des gleichen Geschlechts zwei Spielsachen vorgehalten: Eines davon war ein beliebtes und eines ein weniger beliebtes Spielzeug. Wer sich durchsetzen konnte und am Ende das beliebtere davon bekam, wurde für die weiteren Untersuchungen als höherstehend angesehen.

Den Kindern stellte man im Anschluss eine Frage: Würden sie ein paar von fünf Stickern, die sie bekommen hatten, an ein angebliches Kind im Krankenhaus abgeben, das keine hatte? Die Kinder, die im vorherigen Prozess das weniger beliebte Spielzeug erhalten hatten, waren eher bereit dazu, Sticker abzugeben, als die anderen.

Warum legen wir Menschen bei Erfolg schon von früh auf ein solches Verhalten an den Tag? Gutmütigkeit und partnerschaftliches Verhalten könnten unter dem evolutionären Selektionsdruck entstanden sein, wie die Studienleiterin Guinote schreibt. Eine soziale Haltung sei angeblich eine Anpassungsstrategie für Menschen in niedriger Position gewesen: «Unter vorgeschichtlichen Bedingungen hat ein kooperatives Verhalten den Menschen bessere Aussichten verschafft bei der Nahrungsbeschaffung, Partnersuche und Verteidigung gegen Bedrohungen.»

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