Tabuthemen: Das will am Weihnachtstisch niemand hören

Wunderschön entspannte Weihnachten mit Familien und Bekannten – bis einer etwas Falsches sagt. Wenn einer dieser Sätze fällt, könnte der Hausfrieden schnell mal schief hängen.

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Endlich ist Weihnachten – leise rieselt der Schnee, Kinder lachen voller Vorfreude, aromatische Weihnachtsdüfte entkommen aus der Küche, der Esstisch ist festlich belegt. Alle geliebten Verwandten und Bekannten an Weihnachten um sich zu scharen ist etwas Besonderes. Doch wehe, das falsche Thema wird angeschnitten oder jemand kriegt einen Witz in den falschen Hals – vorbei ist es mit dem Frieden.

«Ich finde die Schweiz sollte sich der EU anschliessen.»

Es ist nicht einfach, eine zivilisierte Diskussion über Politik haben, besonders wenn Gäste vom linken und rechten Flügel an einem Tisch versammelt sind. Jeder will recht haben, keiner will nachgeben. Das beweisen auch Studien: Politische Diskussionen sind, entgegen allen Behauptungen, nicht immer tatsachenbezogen, sondern hochemotional. Sobald die Argumente ausgehen, wiederholt man das gleiche nochmals, einfach ein bisschen lauter. Politik ist wichtig: Doch muss es gerade während dem Weihnachtsessen sein? Lebendige Streitgespräche über kontroverse Themen können auch nach dem Essen geführt werden, wenn alle schön satt und entspannt sind.

«Sag mal Isabelle, wie lange bist du schon Single? Andere in deinem Alter haben schon Kinder.»

Vor dieser Frage, umzingelt von neugierigen Verwandten, die man schon seit einem Jahr nicht gesehen hat, grauen sich Singles jedes Jahr aufs Neue. Falls man bis Weihnachten keine Beziehung angefangen hat, muss man sich alles anhören von: «Ich kenne eine Kollegin, die hat einen Sohn, der Medizin studiert und auch Single ist. Der wäre perfekt für dich.» bis hin zu «Wenn du noch länger wartest, bleibst du für immer allein.» Auch Pärchen müssen sich Fragen über ihre Familienplanung ergehen lassen. Um peinliche Momente am Esstisch zu vermeiden, fragt man besser nicht Leute nicht im Plenum über ihren Beziehungsstatus aus. Wenn es Neuigkeiten gibt, wird der oder die Glückliche diese wohl selbst bekanntgeben.

«Ich hab seit drei Tagen Durchfall, laut Google hab ich Krebs im Endstadium.»

Diese Regel gilt, wann immer Essen im Spiel ist: Keine detaillierte Diskussion von Körperausscheidungen aller Art, bitte! Bei allem Mitleid will niemand wissen, wie es ausgesehen hat, als der Doktor einen riesigen Abszess entfernt hat. Auch nicht die genaue Schilderung des Geräusches, wenn ein Knochen bricht – besonders nicht wenn man selber gerade an einem Truthahnbein nagt. Bevor jemand noch den Appetit verdorben wird, spart man sich die Geschichten für später auf.

«Was macht eine Blondine im Reisfeld?»

Blondinenwitze sind im besten Fall flach, im schlimmsten Fall sexistisch. Vielleicht lustig unter Freunden, aber die Reaktion am Familientisch wird wohl eher genervtes Augenrollen sein. Blondinen sind auch nicht die einzige Bevölkerungsgruppe, die zur Pointe von kontroversem Humor werden – da behält man die unangebrachten Witze lieber für sich. Um des Friedens willen lässt man auch den Galgenhumor bis zum Ende der Mahlzeit ruhen.

«Der Michi hat dieses Schuljahr zwei 6er im Zeugnis.»

Wie heisst es so schön: Hochmut kommt vor dem Fall. Prahlt man aber zu viel, sinkt die Stimmung schnell. Stolz auf die Leistungen im vergangenen Jahr darf man wohl sein. Aber lieber subtil bleiben, bevor jemand, der ein weniger erfolgreiches Jahr hinter sich hat, sich persönlich angegriffen fühlt.

«Im neuen Jahr werde ich alles mit einer Keto-Diät abnehmen.»

Weihnachten ist eine die einzige Zeit im Jahr, wo es sozial erlaubt ist, sich den Bauch so richtig vollzuschlagen. Da will niemand sich jetzt schon darüber Gedanken machen, wie viel man zugenommen hat, und wie man alles bis zum Sommer wegbringen soll.

«Das Fleisch ist zäh, die Kartoffeln sind etwas pampig und das Gemüse ist fad.»

Beim Fondue Chinoise ist wohl jeder selbst für sein Fleisch zuständig. Doch wer sich die Zeit nimmt, ein aufwändiges Weihnachtsmenü herbeizuzaubern, verdient etwas Respekt. Die Person, welche einige Stunden in der Küche geschwitzt hat, wird am Weihnachtstisch keine Nerven für Kritik haben. Auch wenn der Braten zäh und fade ist, lieber den Mund halten und nach dem Salzstreuer fragen.

«Habt ihr gehört? Zwischen Berta und Urs soll es kriseln.»

Wenn sich alle am Weihnachtstisch ein Jahr lang nicht mehr gesehen haben, möchte man natürlich wissen, was man alles verpasst hat. Aber ist Weihnachten die beste Zeit zum Klatschen? Bevor man es weiss, hat man etwas ausgeplaudert und der Familien-Klatsch führt zu Familien-Knatsch.

Über was kann man denn noch am Weihnachtstisch überhaupt reden?

Von Popkultur bis zur Wissenschaft, aktuelle News-Themen, die Schule oder die Arbeit, bis hin zu Reisen, Essen und Trivialitäten. Gute Themen für den Weihnachtstisch gibt es zur Genüge – solange der Austausch respektvoll bleibt.

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