So erkennen Sie, ob Nahrung ungeniessbar geworden ist

Manche Lebensmittel verderben besonders schnell und können dadurch gar gesundheitsschädlich werden. Eine ernährungspsychologische Beraterin erklärt, wie Nahrungsmittel möglichst lange geniessbar bleiben.

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Wir sind täglich und überall von unzähligen Mikroorganismen umgeben: Nützliche oder schädliche Bakterien, Viren, Schimmelpilze oder auch Parasiten können sich unter bestimmten Umständen schnell vermehren. Ein hygienischer Umgang mit Lebensmitteln ist daher unerlässlich, wie die ernährungspsychologische Beraterin Katja Ehrensperger (43) von Mamakk – Holistic Health in Zürich zu Vayamo sagt.

Ob ein Nahrungsmittel bereits ungeniessbar geworden ist und gesundheitliche Probleme hervorrufen kann, lasse sich nicht nur am Verfallsdatum auf der Verpackung ablesen. «Es ist auch wichtig, das Lebensmittel anzuschauen und daran zu riechen. Unangenehmer Geruch, Fäulnis, Trübung, Farbveränderung, Verschleimung, Gärung und Verschimmelung sind deutliche Anzeichen dafür, dass ein Lebensmittel gefährliche Keime hat und nicht mehr gegessen werden sollte», führt Ehrensperger aus. Ausnahme sind laut der Expertin Edelschimmel auf Käse und Salami.

Verdorbene Nahrung kann gefährlich sein

«Fleisch und Fleischprodukte, Fisch, Meerestiere und Rohmilchprodukte sind besonders leicht verderblich. Bei diesen heiklen Lebensmitteln muss unbedingt die Kühlkette eingehalten werden», rät die Expertin. Komme es zu einer Schimmelbildung, müsse das Lebensmittel weggeworfen werden, da krebserregende Giftstoffe, sogenannte Aflatoxine, es unsichtbar und tief durchwachsen.

Doch nicht nur Schimmel oder Bakterien, auch umgewandelte Inhaltsstoffe, die beispielsweise durch Hitze oder Bakterien entstehen können, machen Lebensmittel ungeniessbar. Ebenso verhält es sich zum Beispiel mit gekeimten, grünen Stellen an Kartoffeln, die durch das so entstandene Solanin giftig sind. Ist die Kartoffel ansonsten fest und glatt, kann sie noch zubereitet werden, nachdem die grünen Stellen grosszügig entfernt worden sind.

So bleiben Lebensmittel geniessbar

Katja Ehrensperger ist ernährungpsychologische Beraterin bei Mamakk – Holistic Health in Zürich. Die Expertin kennt praktische Tipps im Umgang mit Lebensmitteln, durch die diese möglichst lange frisch und geniessbar bleiben:

  • Beim Einkauf das Verfall- und Verbrauchsdatum von Lebensmitteln beachten. Je frischer, desto besser.
  • Nahrungsmittel zu Hause in Schränken, Kühl- und Tiefkühlgeräten überprüfen.
  • Kühlkette nicht unterbrechen: Rohe Lebensmittel rasch und kühl transportieren und im Kühlschrank aufbewahren.
  • Heikle Lebensmittel, wie Fisch, Fleisch, Rohmilchprodukte oder Meeresfrüchte, sollten frisch gekauft und rasch verbraucht werden.
  • Hände, Arbeitsflächen und Gegenstände im Umgang mit diesen heiklen Lebensmitteln immer gründlich reinigen.
  • Einmal aufgetaute Lebensmittel nicht mehr (oder allenfalls nach dem Kochen) einfrieren.
  • Verdorbene Lebensmittel umgehend wegwerfen, da diese gesundheitsschädlich sind.
  • Gekochte Speisen abgedeckt lagern und getrennt von rohen Lebensmitteln aufbewahren und zubereiten.
  • Rohe Lebensmittel beim Kochen auf 70 Grad erhitzen, um das Abtöten von Krankheitserregern sicherzustellen.

Hygiene einhalten

Bei ungenügender Hygiene kann es zu einer Kreuzkontamination kommen, wie Ehrensperger erklärt. Das bedeutet, dass Bakterien von einem Gegenstand oder Lebensmittel auf ein anderes gelangen. Besonders bei schnell verderblichen Nahrungsmitteln sei dies problematisch. «Diese Lebensmittel, davon austretende Säfte und Gegenstände, die damit in Berührung gekommen sind, müssen unbedingt von verzehrfertigen Speisen ferngehalten werden.»


PictureKatja Ehrensperger (43) ist ernährungs-
psychologische Beraterin bei Mamakk in
Zürich und weiss, worauf man im Umgang
mit Lebensmitteln achten muss.

© zVg Katja Ehrensperger

Sauberkeit sei das erste Gebot: «Saubere Hände sowie ein hygienischer Umgang mit Lebensmitteln und gereinigte Arbeitsflächen sind entscheidend, um Gefahrenquellen zu eliminieren», erklärt die ernährungspsychologische Beraterin.

Lebensmittel richtig aufwärmen

Auch das Wiedererwärmen gewisser Lebensmittel könne problematisch werden, wenn man die richtige Vorgehensweise nicht einhalte. Dazu zählen laut der Expertin zum Beispiel Spinat, in dem sich dann Nitrit entwickeln kann, Pilze, in denen sich durch Bakterien gesundheitsschädliche Stoffe aus Eiweissen bilden können, sowie Eier und Geflügel, die eventuell Salmonellen enthalten.

«Bei diesen Lebensmitteln ist es wichtig, sie nach dem ersten Erhitzen schnell abzukühlen und sie anschliessend nicht länger als 24 Stunden im Kühlschrank aufzubewahren», so Ehrensperger. Beim Aufwärmen sei ausserdem darauf zu achten, diese Speisen auf etwa 70 Grad Kerntemperatur zu erhitzen. Vorsichtshalber sollen Babys und Kleinkinder jedoch keinen aufgewärmten Spinat essen.

Gekochten Reis und Kartoffeln solle man aufgrund spezieller Bakterien sicherheitshalber nicht erst bei Zimmertemperatur abkühlen lassen, sondern sie noch warm in den Kühlschrank stellen. «Durch die niedrigen Temperaturen verlangsamen sich Abbauvorgänge.» Ausserdem wird die Vermehrung von Bakterien eingegrenzt, was häufig dafür verantwortlich ist, dass Nahrungsmittel ungeniessbar werden, wie die ernährungspsychologische Beraterin erklärt.

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