Sich selbst etwas Gutes tun: Zehn Rituale der Selbstliebe

Es fällt uns im täglichen Leben oft erstaunlich schwer, fürsorglich und rücksichtsvoll mit uns selbst umzugehen. Wir sorgen gut für andere und vergessen dabei immer wieder uns selbst. Kein Wunder, wenn wir uns erschöpft und von den Ansprüchen anderer überfordert fühlen.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde von bewusster leben zur Verfügung gestellt.

Erst eine gesunde Portion Selbstfürsorge verleiht uns die innere Stärke für die Bewältigung des Alltags und befähigt uns dazu, unser seelisches Gleichgewicht auch in den Stürmen des Lebens nicht zu verlieren.

Die Kunst der Selbstliebe, um die es hier geht, besteht darin, gut und mitfühlend für sich selbst zu sorgen. Selbstliebe lernen ist kein Hexenwerk. Sie ist nichts, was einige glückliche Menschen durch Zufall in die Wiege gelegt bekommen haben und andere wiederum niemals und unter keinen Umständen erreichen werden. Die Wahrheit ist: Ausnahmslos jeder Mensch kann sich in der Tugend der Selbstliebe üben.

Sie wird aber leider gerne mit Egoismus, Arroganz oder gar Selbstverliebtheit verwechselt – das ist übrigens einer der Gründe, wieso viele Menschen regelrecht Angst davor haben, sich gut zu behandeln und sich um sich zu kümmern – sie wollen nicht als egoistisch abgestempelt werden. Doch nichts könnte weiter entfernt von der Wahrheit sein. Denn nur, wer für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen. Nur wer sich selbst liebt, kann auch jemand Anderen lieben.

Dazu ist es wichtig, um die eigenen Kraftquellen zu wissen und diese im Alltag immer wieder aufzufüllen. Die folgenden zehn Rituale der Selbstliebe unterstützen Sie darin, mehr Gelassenheit, Zuversicht und Lebensfreude in Ihrem Leben zu finden. 

1. Jeder Tag ist ein guter Tag!

Heute ist der erste Tag der verbleibenden Zeit Ihres Lebens. Und er wird bestimmt zu einem besseren Tag, wenn Sie ihm bereits morgens wohlgestimmt entgegensehen und ihn willkommen heissen. Strecken Sie sich beim Aufwachen ausgiebig und spüren Sie Ihren Körper, der Sie durch diesen Tag tragen wird. Vielleicht möchten Sie sich mit einem positiven Gedanken einstimmen. Hierfür mag es hilfreich sein, ein Buch mit Sprüchen neben dem Bett liegen zu haben, dem Sie einen Spruch zur täglichen Motivation entnehmen können. Vielleicht starten Sie mit einigen Yoga-Übungen oder einer kurzen Meditation, um Körper und Seele in Einklang zu bringen. Lassen Sie hierfür die folgenden Worte des Sufi-Mystikers Mevlana Rumi auf sich wirken: «Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben – das Leben allen Lebens. In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins, die Wonne des Wachsens, die Grösse der Tat, die Herrlichkeit der Kraft.»

2.  Guten Morgen, du Schönheit!

Wieso machen Sie sich nicht mal selbst eine Liebeserklärung? Und rufen sich schon beim morgendlichen Blick in den Spiegel ein freudiges «Guten Morgen, du Schöne!» zu? Was für ein alberner Vorschlag, denken Sie jetzt vielleicht. Tun Sie es trotzdem! Sie werden feststellen, dass es sich bei diesem albernen Vorschlag um eine sehr wirkungsvolle Übung handelt. Denn meist blicken wir doch nur deshalb in den Spiegel, um nach Mängeln Ausschau zu halten und nach dem zu forschen, was wir verbessern könnten: Wir bürsten die Haare, ziehen den Lippenstift nach, legen die straffende Tagescreme auf. Diese Übung hingegen zielt darauf ab, das Liebenswerte und Schöne an uns zu entdecken.

Schauen Sie daher beim nächsten Blick in den Spiegel nicht gleich wieder kritisch auf die Falten im Gesicht, sondern blicken Sie sich vielmehr tief in die Augen. Lächeln Sie sich freundlich zu und machen sich selbst eine Liebeserklärung. Tun Sie dies jeden Tag, wenn Sie vor den Spiegel treten. Sie werden bald feststellen, dass sich bereits nach wenigen Tagen Ihr Selbstbild verändert, dass Sie freundlicher und fürsorglicher zu sich selbst sind und sich zunehmend liebenswerter finden. 

3. What a wonderful world!

Unsere Stimmung hängt ganz entscheidend davon ab, worauf wir fokussieren, was wir in unser Blickfeld nehmen und wie wir unsere Umgebung interpretieren. Wie wäre es also, wenn Sie bei Ihrem nächsten Stadtbummel oder Spaziergang im Park mal ganz bewusst auf all die schönen Dinge um Sie herum blicken würden? Vielleicht hören Sie sich, bevor Sie sich auf den Weg machen, zur Einstimmung den Evergreen «What a wonderful world» von Louis Armstrong an. Und dann blicken Sie um sich: Welche schönen Dinge säumen Ihren Weg? Was gefällt Ihnen an den Menschen, denen Sie begegnen? Erfreuen Sie sich am Glück der Liebespaare, der Lebenserfahrung in den Gesichtern alter Menschen, der ausgelassenen Lebensfreude der Kinder. Mit welcher Schönheit überrascht Sie die Natur? Nehmen Sie die Kraft der Bäume und die Pracht der Blumen wahr. Blicken Sie in den weiten Himmel, auf dem die bauschigen Wolken entlangziehen. Spüren Sie die Wärme der Sonnenstrahlen im Gesicht und den Wind im Haar. Und erfreuen Sie sich ausgiebig an der Schönheit dieser Welt! 

4. Rendezvous mit mir selbst

Wir nehmen uns oft nicht wichtig genug. Dabei sind wir wichtig. Sehr wichtig sogar! Wir selbst sind der einzige Mensch auf der ganzen Welt, mit dem wir unser gesamtes Leben verbringen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Vom ersten Atemzug bis zum letzten. Was also spricht dagegen, sich die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die wir verdient haben? Und weshalb verabreden Sie sich nicht gleich heute zu einem Rendezvous mit sich selbst? Was würden Sie denn gerne tun, wenn Sie ausgeführt würden? Was haben Sie immer wieder aufgeschoben, weil Sie keine Zeit dafür fanden? Jetzt sind Sie an der Reihe! Erfüllen Sie sich einen Herzenswunsch. Führen Sie sich gross aus. Diese Zeit ist für Sie! Sie haben ein Date mit sich selbst. Wohin soll es gehen? In den türkischen Hamas, die neue Kunstausstellung, das klassische Konzert, auf den Flohmarkt, in die Shopping-Mall oder in die stille Natur? Jetzt sind Sie die wichtigste Person. Verwöhnen Sie sich! Tun Sie etwas Aufregendes, Betörendes, Einzigartiges. Nur für sich selbst!  

5. Mein Ort der Geborgenheit

Einen Ort zu haben, an dem wir uns behütet und geschützt fühlen, trägt ganz entscheidend zu unserem Wohlbefinden bei. Als Kinder bauten wir uns eine Höhle aus Decken, um uns in deren Schutz zurückzuziehen. Sicherlich haben Sie heute in Ihrem Zuhause auch einen Rückzugsort, an dem Sie sich geborgen wissen. Vielleicht ist es Ihr Sofa, auf das Sie sich nach einem langen anstrengenden Arbeitstag zurückziehen, eingehüllt in eine kuschelige Decke, eine heisse Kanne Tee vor sich, ein gutes Buch zur Hand, die schnurrende Katze auf dem Schoss. Vielleicht auch machen Sie es sich mit Ihrem Partner gemeinsam auf dem Sofa gemütlich und lesen sich gegenseitig etwas vor. Das erinnert uns an die Gute-Nacht-Geschichten unserer Eltern, bei denen wir uns so einzigartig geborgen fühlten. Wie wäre es, wenn Sie mal wieder Ihre besten Freunde zu sich nach Hause einladen und es sich mit ihnen gemütlich machen? Kochen Sie zusammen, singen, musizieren oder handarbeiten Sie miteinander! Und erzählen Sie sich Geschichten von den kleinen und grossen Wundern des Menschseins. 

6. Die Sorgen ziehen lassen

Diese kleine Imaginationsübung unterstützt Sie darin, belastende Gedanken und Sorgen ziehen zu lassen: Stellen Sie sich vor, Sie liegen an einem warmen und sonnigen Sommertag auf einer duftenden Wiese. Über Ihnen ziehen weisse Wolken über den blauen Himmel. Nutzen Sie die Wolken als Transportmittel für Ihre Sorgen. Sobald ein Sorgengeselle auftaucht, setzen Sie ihn sanft auf eine der vorüberziehenden Wolken und blicken ihm nach, wie er am Horizont verschwindet. Wenn ein nächster auftaucht, tun Sie mit diesem das Gleiche. Und mit dem nächsten ebenso. Bald schon werden Sie sich um ein Vielfaches leichter fühlen. Denn all Ihre Sorgengesellen, die Ihren Kopf beschwerten, ziehen friedlich dem Horizont entgegen. 

7. Fest der Düfte

Da unser Geruchssinn auf das Engste mit unseren Emotionen verbunden ist, können Sie Düfte gezielt einsetzen, um Ihre Stimmung aufzuhellen. So wirkt, um nur einige Beispiele zu nennen, Orangenduft angstlösend, Lavendel beruhigend, Rosmarin und Grapefruit anregend. Geben Sie einige Tropfen ätherisches Öl in das Wasser einer Duftlampe, zünden Sie das Teelicht darunter an – und schon breitet sich Wohlbefinden in Ihren Räumen aus. Sie können die Wirkung auch noch körperlich intensivieren, indem Sie nach einem anstrengenden Tag ein Vollbad mit Aroma-Badezusätzen machen. Einige Tropfen Melisse-Öl, vermengt in einer Schale mit Honig oder Sahne, können wahre Wunder an Entspannung bewirken. Zur Aufhellung Ihrer Stimmung können Sie Bergamotteöl verwenden. Wenn Sie körperliche Verspannungen lösen möchten, greifen Sie zu Wacholderöl, und wenn Sie Ihrem Herzen etwas Gutes tun wollen, nehmen Sie ein behagliches Bad in Rosenextrakt. So können Sie den Tag gelassen und wärmend ausklingen lassen. 

8. Atempause im Alltag

Gönnen Sie sich öfter mal eine Atempause. Nichts bringt uns schneller und wirksamer zur Ruhe als einige bewusste Atemzüge. Und das Gute ist: Sie haben das dafür benötigte Werkzeug – den Atem – immer bei sich!

Gerade an den Stoppstellen im Alltag, die uns normalerweise mit Ungeduld erfüllen, können Sie sich mit Ihrem Atem etwas Gutes tun. Nutzen Sie die Wartezeiten an der roten Ampel oder in der Supermarktschlange, um zu verschnaufen und einige Male bewusst ein- und auszuatmen. Und anstatt in der U-Bahn oder im Wartezimmer des Arztes gelangweilt mit dem Handy herumzuspielen, könnten Sie sich auch für eine kleine Atemmeditation entschliessen: Setzen Sie sich hierfür aufrecht hin und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Atmen Sie ruhig ein und aus. Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bei den Atemzügen. Der Atem ist unser verlässlicher Begleiter durchs Leben. Wenn wir ihn uns zum Freund machen, steht er uns in hektischen und stressigen Zeiten treu zur Seite. 

9. Kleine Teezeremonie

Eine Teepause ist eine ideale kleine Achtsamkeitsübung, um in der Hektik des Alltags innezuhalten und sich etwas Ruhe und Wärme zu schenken. Legen Sie dafür mal alles andere beiseite und widmen Sie sich ganz bewusst dem Erlebnis des Teetrinkens: Stellen Sie sich vor, dass Sie eine kleine Teezeremonie durchführen, so wie sie in Japan gebräuchlich ist. Diese beginnt bei der achtsamen und liebevollen Zubereitung. Entscheiden Sie sich für eine Teesorte, die zu Ihrer momentanen Stimmung passt. Wählen Sie eine schöne Teetasse, deren Anblick Sie freudig stimmt. Giessen Sie den Tee auf und beobachten Sie, wie das Wasser langsam die Farbe des Tees annimmt. Schnuppern Sie den Duft des frisch aufgebrühten Tees. Spüren Sie die wärmende Teetasse in Ihren Händen. Vielleicht mögen Sie diese an Ihr Herz halten, so dass sich auch in diesem die Wärme ausbreiten kann. 

Trinken Sie dann langsam und mit geschlossenen Augen Schluck für Schluck. Nehmen Sie achtsam wahr, wie sich die Wärme in Ihrem Mund ausbreitet, Ihre Speiseröhre hinunterströmt und schliesslich Ihren ganzen Körper erfüllt. 

10. Verwöhnzeit für den Körper

Wie geht es Ihrem Körper gerade? Wie fühlt er sich an? Und was würde ihm jetzt guttun? Indem Sie sich im Laufe des Tages immer wieder mal interessiert Ihrem Körper zuwenden, entwickeln Sie ein besseres Gespür für seine Bedürfnisse, die im geschäftigen Alltag sonst nur allzu oft untergehen. 

Tun Sie Ihrem Körper Gutes, indem Sie ihn mit viel frischer Luft, gesundem Essen, ausreichend Schlaf und vitalisierender Bewegung verwöhnen. Und wie wäre es, wenn Sie sich mal wieder einen Sonntag in der Sauna oder eine Ganzkörpermassage gönnen würden? Hüllen Sie Ihren Körper mit Wärme ein, bis Sie sich ganz wohlig und behaglich fühlen. Oft sind unsere Muskeln verhärtet und verspannt. Dann ist Weichheit und Sanftheit sich selbst gegenüber angesagt. 

Schütteln Sie Verkrampfungen aus. Lockern Sie sich. Tun Sie das, was Ihre verhärteten Körperbereiche wieder weicher werden lässt. Dehnen Sie Ihren Körper mit sanften Yoga- oder Gymnastikübungen. Und danken Sie ihm dafür, dass er Sie so zuverlässig durch das Leben trägt. 

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