Sehen Sie das Leben positiver

Wer optimistisch denkt, für den ist das Glas halb voll. Für Pessimisten ist es dagegen halb leer. So wurde es uns eingetrichtert. Doch hinter unserer Lebenseinstellung steckt viel mehr als nur ein paar Gläser. Wie es Ihnen gelingt, Ihre Sichtweise positiver zu machen.

Picture© Unsplash/littleforestowl

Pessimismus ist nichts Angeborenes. Wie man das Leben und gewisse Situationen wahrnimmt, hat mit der eigenen Sichtweise zu tun. Optimistischer zu denken ist daher reine Übungssache. Wenn Sie zu den Leuten zählen, die eine schwer negative Einstellung haben, wird das zwar harte Arbeit, ein Ding der Unmöglichkeit ist es aber nicht.

Denn zum Lager der Optimisten zu wechseln, lohnt sich. Man lebt zufriedener, wenn man auch das Gute im Schlechten erkennt. Wenn man nicht immer glaubt, dass das Leben gegen einem spielt, Hoffnung hat und das Positive sieht, dann ist man automatisch auch glücklicher.

Es mag zwar verlockend erscheinen, weiterhin mit dem Schlimmsten zu rechnen. Schliesslich wird man dann nicht so oft enttäuscht. Man ist vielleicht sogar positiv überrascht, wenn etwas doch nicht so schlimm kommt wie erwartet. Doch ist das eine erfüllende Sicht auf das Leben? Nein!

Ob wir etwas nun gut oder schlecht finden, das ist grundsätzlich immer eine Frage der Wahrnehmung. Wird man sich dem bewusst und beginnt damit, den Dingen einen neuen Rahmen zu geben, dann wird sich auch eine positive Grundeinstellung entwickeln.

Reframing kann helfen

In der Psychologie gibt es einen Begriff dafür, wenn man den Dingen einen neuen Rahmen gibt: die Methode des Reframing (leitet sich vom englischen Wort «frame», zu Deutsch «Bilderrahmen» ab). Ein Rahmen kann schliesslich ausschlaggebend dafür sein, ob ein Betrachter ein Bild schön oder nicht schön findet.

Hinter Reframing stecken drei Grundannahmen, die helfen sollen, den Rahmen beim Betrachten gewisser Dinge im Leben zu verändern:

  • Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext sinnvoll.
  • Jedem Verhalten wird eine Bedeutung zugeschrieben.
  • Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.

Verändern Sie den Rahmen für Ihre Wahrnehmung, verändert das auch Ihre Sicht auf die Dinge. Ein Ereignis, eine Aussage oder ein Verhalten kann urplötzlich völlig anders betrachtet werden.

Auch wenn Sie morgens mit dem falschen Fuss aufgestanden sind, nehmen Sie sich den Perspektivenwechsel zu Herzen. Denn dadurch erscheinen die Dinge in einem ganz neuen Licht. Meist handelt es sich bei den Hürden um Kleinigkeiten, wie eben die Tagesform eines Menschen. Diese gilt es zu überwinden und die negative Wahrnehmung abzulegen.

5 Tipps, um positiver zu denken

Wem es nicht gelingt, gleich von Anfang an die Negativbrille abzustreifen, der kann sich mit den folgenden fünf Tipps langsam an das Leben eines Optimisten herantasten.

Tipp 1: Halten Sie Abstand zu pessimistischen Menschen

Unser Umfeld hat einen enormen Einfluss auf uns. Wer sich nur mit Miesepetern umgibt, auf den wird dessen Meinung mit der Zeit auch abfärben. Das Essen schmeckt schlecht oder alle Menschen sind von Grund auf böse – Leute, die so denken, sollten Sie nicht zu nah an sich heranlassen. Sie werden Sie nur in ihre Negativspirale mit hineinziehen. Auch wenn es nicht immer ganz leicht fällt, trennen Sie sich von solchen Personen.

Tipp 2: Seien Sie dankbar

Halten Sie am Abend kurz inne und überlegen Sie sich, was tagsüber Tolles passiert ist, was einwandfrei geklappt hat und auf was Sie stolz sind. Nehmen Sie die positiven Dinge Ihres Alltags bewusst wahr und seien Sie dankbar dafür. Schliesslich überwiegt in der Erinnerung meist das Negative. Sie haben ein tolles Kompliment erhalten, mussten sich kurze Zeit später aber auch einen dummen Spruch anhören? Dann regen Sie sich meist viel zu lange über Zweiteres auf, anstatt sich über die netten Worte zu freuen. 

Wem es hilft, der kann auch ein Glückstagebuch schreiben – mit all den positiven Gedanken, die Sie abends empfinden. Geben Sie diesen mehr Raum und rücken Sie sie in den Mittelpunkt.

Tipp 3: Finden Sie das Gute im Schlechten

Der grundlegendste Punkt: Führen Sie sich in jeder Situation, die Sie herunterzuziehen droht, vor Augen, was sich Gutes dahinter verbirgt. Denn in jedem noch so Negativem versteckt sich auch etwas Positives. Halten Sie sich in jeder Situation an diesem kleinen Fünkchen fest.

Es regnet draussen, und Sie müssen den Spaziergang mit einer Freundin absagen? Macht nichts, dann haben Sie eben mal Zeit, endlich das herzige Café um die Ecke auszuprobieren. Oder Ihr Chef übergibt schon wieder Ihnen die Aufgabe? Klar, bevor Sie sich überarbeiten, sollten Sie ablehnen, doch sehen Sie es so: Ihr Vorgesetzter hält viel von Ihnen, und Sie machen Ihre Arbeit gut.

Tipp 4: Starten Sie positiv in den Tag

Und diese Einstellung sollte man bereits morgens aufsetzen. Wer von Grund auf positiver denken möchte, der sollte damit schon gleich nach dem Aufstehen beginnen. Denn beginnt man den Tag mit einer miesen Laune, zieht sich das durch den ganzen Tag. 

Setzen Sie also eine positive, hoffnungsvolle und optimistische Denkweise auf, vermeiden Sie Stress und denken Sie nicht an den vollen Terminkalender, der auf Sie wartet. Überlegen Sie sich stattdessen in aller Ruhe, auf was Sie sich im Laufe des Tages freuen. Welches sind Ihre Highlights? Konzentrieren Sie sich darauf.

Tipp 5: Seien Sie sich bewusst, was Sie alles bereits erreicht haben

Pessimisten haben immer Angst. Angst davor, dass sie sich auf der Geburtstagsparty blamieren werden. Angst davor, dass sie den Zug verpassen. Oder Angst davor, dass sie bei einem Vorstellungsgespräch einen schlechten Eindruck hinterlassen könnten. 

Es ist auch in Ordnung, in unbekannten Situationen nervös zu sein, doch sollte man nicht eine permanente Angst vor dem Versagen entwickeln. Glauben Sie an sich und führen Sie sich vor Augen, dass Sie bisher noch jede Situation gemeistert haben. Jede Hürde konnten Sie nehmen, und auch wenn einmal etwas schief lief, sind Sie wieder aufgestanden.

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