Mehr Wärme für den Bauch?

Um vitalisierende Nährstoffe vollständig aufnehmen zu können, braucht es gemäss der tibetischen Medizin ein gut funktionierendes Verdauungsfeuer. Zu viel Rohkost, Joghurt oder Kälte schwächen den Körper.

Picture© Getty Images/RUNSTUDIO

Die tibetische Medizin ist – im Vergleich zum indischen Ayurveda oder zur traditio­nellen chinesischen Medizin – bei uns noch wenig etabliert, obwohl sie seit Jahrhunderten zu den hochstehendsten, natürlichen Medizin­systemen der Welt zählt. Einer, der sich mit Herz und Seele dafür einsetzt, die erprobte Heilkunde vom Dach der Welt in unseren modernen Alltag zu bringen, ist der Biophysiker Dr. Herbert Schwabl, Inhaber des pharmazeutischen Unternehmens Padma AG. Sein Engagement besteht darin, uralte tibetische Originalrezepturen nach modernen Kriterien wissenschaft­lich zu überprüfen und daraus Kräuterpillen herzustellen, die die Gesundheit sanft regulieren. 

Eine zentrale Rolle für die ganzheitliche Gesundheit spielt in der tibetischen Medizin die Ver­dauung. Lodert das «Verdauungs­feuer» nicht richtig, ist unser Körper nicht in der Lage, lebens­wichtige Nährstoffe aufzunehmen. Wir haben bei Dr. Schwabl nach­ gefragt, was das genau bedeutet. 

In der tibetischen Medizin spielt die Verdauung die Hauptrolle. Weshalb?
Dr. Herbert Schwabl: Im Westen neh­men wir es als selbstverständlich, dass unsere Verdauung irgendwie funktioniert. Erst wenn Blähungen, Magendrücken, saures Aufstossen oder Schlafprobleme auftauchen, suchen wir nach Lösungen. Aus tibetischer Sicht ist es wichtig, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und dafür zu sorgen, dass das Verdauungsfeuer stets gut funktioniert, weil dies für das Wohlbefinden zentral ist. 

Weshalb? 
Eine gute, starke Verdauung erdet und hilft, im Alltag zentriert zu bleiben. Dadurch wird man auch stressresistenter. Die Tibeter sagen: Du musst dein Leben so einrichten, dass du deine Schwächen kennst und allfälligen Gesundheitsrisiken präventiv entgegenwirkst. All­ fällige Schwächen hängen vom persönlichen Grundtyp ab. Wer weiss, dass sein Verdau­ungsfeuer immer wieder schwä­chelt, sollte also die nötigen Mass­nahmen treffen, um es zu stärken. Und nicht erst warten, bis die Blähungen oder das saure Auf­ stossen chronisch werden. 

Was genau ist mit «Verdauungsfeuer» gemeint? 
Es geht natürlich nicht um ein echtes Feuer, das brennt. Gemeint ist die Verdauungsenergie, also die Enzymaktivität der Verdauungs­drüsen, die unsere Nahrung auf­schliesst. Üppige Mahlzeiten, kalte Getränke oder rohe Lebensmittel wie Salat, Smoothies, Milch und Käse direkt aus dem Kühlschrank können das Verdauungsfeuer reduzieren. Die Verdauung wird träge und kann die Nahrung – selbst wenn es sich um super Qualität handelt – nicht mehr richtig verwerten. 

Wie macht sich dies bemerkbar? 
Typische Anzeichen eines schwa­chen Verdauungsfeuers sind Blä­hungen, Druck­ und Völlegefühl in der Magengegend, aber auch Ap­petitlosigkeit und Abgespanntheit oder Müdigkeit nach dem Essen. Frauen macht die fehlende Energie im Unterbauch zudem anfälliger für Nierenprobleme oder Blasen­entzündungen. Die Tibeter nennen das «kalte Nieren». Bei schwachem Verdauungsfeuer nehmen aus tibeti­scher Sicht auch die Lebenslust und die Sexualenergie ab. 

Während des extrem heissen Sommers haben wir alle eiskalte Drinks, Glacé und Salate genossen. Hat dies die Verdauung geschwächt? 
Auch wenn die Abkühlung an­ genehm war, sie hat das Verdauungssystem sicherlich abgekühlt. Wie stark sich dies auswirkt, hängt allerdings auch davon ab, welcher Typ man ist, also von welchen Grundenergien man geprägt ist.

Wie lässt sich das Verdauungsfeuer anregen, wenn es zu schwach ist?
Das wichtigste Heilmittel für Tibeter ist: morgens als Erstes ein Glas heisses Wasser trinken. Ansonsten gilt es, die Speisen mit scharfen, erhitzenden Gewürzen zu wärmen, wie Pfeffer, Ingwer, Galgant, Mus­katnuss, Granatapfelsamen oder Zimt. Nur mal schnell mit der Pfef­fermühle drüberwürzen reicht aller­dings nicht aus. Da es schwierig ist, die nötige Dosis an Gewürzen und Bitterstoffen allein über das Essen aufzunehmen, weil dies kulinarisch nicht schmecken würde, empfiehlt die tibetische Medizin Kräuter­mischungen mit diesen Wirkstoffen, um das Verdauungsfeuer wieder in Balance zu bringen. 

Welcher Typ bin ich? 

Die tibetische Konstitutionslehre unterscheidet sieben Grundtypen: die Aktive, die Gewinnerin, die Starke, die Impulsive, die Powerfrau, die Denkerin und das Glückskind. Der persönliche Typ ergibt sich daraus, welche der drei Grund-Energien Lung (Wind), Tripa (Feuer) und Beken (Wasser und Erde) vorherrschen. Wer wissen will, welchem Typ er entspricht, kann hier online einen Test machen.

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