Geheimtipps für eine glückliche Ehe

Ehe ist wie Demokratie – nicht perfekt, aber es gibt nichts Besseres. Die Autorin Katja Kessler erklärt in ihrem Buch «Das kann/muss Liebe sein», wie das Teamwork Ehe gelingen kann. Sie muss es wissen, denn sie ist selbst seit 15 Jahren verheiratet und hat vier Kinder.

Picture© Unsplash

Glücklich verheiratet zu sein stellt man sich wahnsinnig kompliziert vor. Eine Art Geheimwissenschaft. Wie mit der Rakete zum Mond zu fliegen oder das alte Testament zu lesen, ohne einzuschlafen. Und «genauso ist das auch», weiss Katja Kessler aus eigener Erfahrung. In ihrem Buch «Das kann/muss Liebe sein» gibt sie zahlreiche Tipps, die helfen sollen, dass die Ehe dauerhaft gut und in Form bleibt. 

Sie geben in Ihrem Buch 54 1⁄2 Pflegetipps für die glückliche Ehe. Wie sind Sie darauf gekommen?
Ehe-Ratgeber gibt es sicherlich schon wie Sand am Meer. Aber dastehen dann so Tipps drin wie: «Hört einander zu!» Gähn. Meine Lockstoffe sind medizinische, sexualwissenschaftliche und soziologische Fakten, die man so nicht schon 10'000 Mal irgendwo gelesen hat.

Früher wurde geheiratet, weil es die gesellschaftliche Konvention so verlangte. Warum denken Sie, ist es auch heutzutage noch so vielen wichtig, den Bund der Ehe zu schliessen?
Ich finde, ein Ring am Finger ist der ultimative Liebesbeweis. Wobei, gucken Sie mal: Meiner fehlt. Den habe ich jetzt schon zum dritten Mal verloren. Mein Mann ist deswegen echt stinkig. Neulich, zu meinem Geburtstag, hat er mir einen neuen gekauft und direkt versteckt.

Sie sind selbst seit 15 Jahren verheiratet. Verraten Sie uns Ihre persönlichen Geheimtipps für eine funktionierende Ehe?
Erstens: Verzeihe deinem Mann, dass er nur ein Mann ist! Zweitens: Ähnliche Interessen. Auf Dauer ist es schwierig, wenn er gerne Helene Fischer hört und du Wagner-Opern. Drittens: Keine Ehe zu dritt! Damit meine ich nicht irgendeine Geliebte. Damit meine ich: Ich, er und sein Handy. Wie soll man denn da vernünftig miteinander sprechen, wenn der andere die ganze Zeit auf seiner Kommunikationsprothese herumtippt?

Sie haben für Ihr Buch unzählige wissenschaftliche Studien gelesen und Zahlen und Fakten recherchiert. Sind Sie dabei auf Ergebnisse oder Erkenntnisse gestossen, die Sie kurios fanden oder die Sie überrascht haben?
Ja. Hochzeitstorten schmückt man ja gern mit Schwänen, die gelten als treu bis zum Tod. Durch moderne DNA-Untersuchungen weiss man allerdings, dass in manchen Gelegen von sechs Eiern fünf nicht von Papi sind. Die Schwanenfrauen treiben es also heimlich ganz wild und machen erst, wenn die Küken schlüpfen, auf monogame Zweierkiste.

Sie geben neben diesen wissenschaftlichen Daten auch Einblick in Ihr eigenes Ehe- und Familienleben. Was sagt Ihr Mann dazu, wenn Sie den Lesern auch private Details verraten?
Der ist Kummer gewöhnt. Neulich meinte er zu mir: «Katja, wenn ich das alles so lese, müsste ich mich eigentlich von mir selbst scheiden lassen.» Mir geht es wie vielen Frauen: Verheiratet sein könnte so toll sein, wäre da nicht der eigene Mann.

Ihr Mann ist Ihr Schatzi. Hat er auch einen Kosenamen für Sie? Verraten Sie uns diesen?
«Schatzi» ist nur sein Künstlername. Und ich habe auch keinen Kosenamen. Da muss ich passen. Ich denke, die grosse Herausforderung langer Ehen ist, sich mittelfristig nicht Mutti und Vati zu nennen.

Zu einer Ehe gehören ab und an auch Streitigkeiten. Womit bringen Sie Schatzi verlässlich auf die Palme?
Unpünktlichkeit. Er baut sich gern vor der Badezimmertür auf und macht auf Zulu-Time. Also Zeit runterzählen: Zehn, neun, acht… Hat er bei der Bundeswehr gelernt.

Was ist für Sie das Schönste am Verheiratetsein?
Dass ich weiss, ich habe da jemanden gefunden, mit dem ich bis ans Ende meines Lebens morgens aufwachen und sogar die Zahnbürste teilen möchte. Und das Wunderbare ist auch: So ein Ehemann ist ja meist viel liebevoller und unkritischer mit der Frau als die Frau mit sich selbst.

Wie schaffen Sie es, sich Ihren Humor zwischen Berufs-, Alltags- und manchmal Ehestress zu bewahren?
Das frage ich mich auch. Humor ist das Teflon der Ehe. Da bleiben die Probleme nicht so schnell kleben. Ehe bedeutet oft auch, Kompromisse mit dem Partner einzugehen.

Wir verwenden Cookies und andere Technologien, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.