Darum sollten Sie täglich die Nase in ein Buch stecken

Durch Lesen kann man sich in ferne Länder träumen, die man jetzt gerade während der Coronakrise nicht besuchen kann. Dass das Schmökern dabei positive Effekte für unsere Gesundheit hat, ist ein zusätzliches Plus.

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Für gewöhnlich verbringen wir täglich unzählige Stunden am Handy- oder Computerbildschirm. Während uns das Coronavirus weiterhin in den Häusern hält, haben wir Zeit, das Smartphone oder den Laptop auch einmal auf die Seite zu legen. Andere Dinge kommen zum Zug: Lesen ist jetzt eine beliebte Beschäftigung. Alle staubigen Bücher, die schon länger im Regal darauf hoffen, endlich gelesen zu werden, freuen sich jetzt über ihren Auftritt.

Dabei tun Sie mit dem Lesen nicht nur etwas gegen die Langeweile, sondern fördern auch noch das Köpfchen.

Vielleser leben länger

Bei einer Langzeitstudie über zwölf Jahre hinweg zeigten US-amerikanische Wissenschaftler auf, welche Wirkung Lesen auf die Lebensdauer hat. Dafür wurden 3635 Senioren ab 50 Jahren zu ihren Lesegewohnheiten befragt. Es wurden Kriterien wie Bildungsstand, Einkommen und allgemeiner Gesundheitszustand der Teilnehmer berücksichtigt.

Das Ergebnis: Leseratten leben länger als Menschen, die nie ein Buch in die Hand nehmen. Im Durchschnitt sind es zwei Jahre, die Vielleser länger leben. Wird dreieinhalb Stunden pro Woche gelesen, verringert das das Sterberisiko innerhalb der nächsten zwölf Jahre um etwa 17 Prozent.

Diese positiven Effekte hat Lesen

Dabei spielen unterschiedliche Faktoren mit, warum Lesen einen lebensverlängernden Effekt hat:

  • Lesen verbessert das Gedächtnis
  • Lesen hält geistig jung und leistungsfähig
  • Lesen stärkt Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Lesen entspannt und reduziert Stress
  • Lesen erweitert die Allgemeinbildung
  • Durch Lesen wächst der Wortschatz
  • Lesen fördert die Kreativität und regt die Fantasie an
  • Lesen hilft, dem Alltag zu entfliehen

5 Buch-Tipps der Vayamo-Redaktion

«Land der Söhne» (2018) von Milena Moser
Drei Generationen, drei Geschichten: Sofia, ihr Vater Giò und der Grossvater Luigi haben allen irgendwann mit ihren ganz eigenen Problemen zu tun. Es ist eine Geschichte, die vom Kampf um Identität erzählt. Und von einem urigen Amerika. Die Erzählungen spannen dabei von den 1940er-Jahren bis in die heutige Zeit. Mit jedem Kapitel fügen sich langsam die Erlebnisse der Kinderjahre wie Puzzleteile zu einer ganzen Familiengeschichte. Ein fantastisch erzählter Roman im unverkennbaren Stil der Schweizer Schriftstellerin Milena Moser.

«Alles, was ich weiss über die Liebe» (2018) von Dolly Alderton
Die britische Autorin Dolly Alderton hat mit «Alles, was ich über die Liebe weiss» ein Buch über ihr Leben geschrieben. Anhand von echten Erfahrungen beschreibt sie auf eine warme und witzige Art das Erwachsenwerden – mit all seinen Hürden, gebrochenen Herzen und Freundschaften, die es wieder reparieren. Eingängig, witzig, hilfreich. Eine Lektion über das Leben und die Liebe und welche Stolpersteine die Suche nach dieser manchmal mit sich bringt.

«Vom Ende der Einsamkeit» (2016) von Benedict Wells
Der junge Schriftsteller Benedict Walls gilt zu Recht als Ausnahmetalent der deutschsprachigen Literatur. Im Roman «Vom Ende der Einsamkeit» nimmt Wells den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit des Hauptprotagonisten Jules, der seine Eltern bei einem Unfall verloren hat. Als Erwachsener glaubt er, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben – bis er wieder davon eingeholt wird. «Vom Ende der Einsamkeit» handelt vom Überwinden von Verlust und Einsamkeit, von Selbstentfremdung und von einer grossen Liebe. Wells schreibt packend und berührend, ohne dabei in Sentimentalität abzuschweifen. Das Buch stand über ein Jahr lang auf der Bestsellerliste und wurde 2016 mit dem European Union Prize for Literature ausgezeichnet.

«Knapp am Herz vorbei» (2012) von J. R. Moehringer
Die Erzählung von einem der bekanntesten Bankräuber in der Geschichte der USA: Willie Sutton, der nach 17 Jahren auf freien Fuss kommt, begibt sich mit einem Fotografen und einem Reporter in einem verschneiten New York auf die Spuren seiner Vergangenheit. Auf dem Weg erzählt er seine Sicht von den gewaltlosen Banküberfällen des grossen Willie Suttons, während in seinen Berichten immer wieder seine grosse Liebe Bess aufflammt. Mit der Zeit setzt sich das Leben des Bankräubers langsam wie ein Puzzle zusammen. J. R. Moehringer beschreibt in seinem Roman auf aussergewöhnliche Art einen US-amerikanischen Anti-Helden, von dem er selbst fasziniert war, seit er ein Junge war.

«Eine wie Alaska» (2005) von John Green
Die authentische Erzählweise von «Eine wie Alaska», die sich nah an der Jugendsprache hält, ist nur eine der Gründe, warum man den vielfach ausgezeichneten Debütroman des US-amerikanischen Schriftstellers John Green lesen sollte. Der 16-jährige Miles, der leidenschaftlich die letzten Worte berühmter Persönlichkeiten sammelt, begibt sich auf einem Internat auf die Suche nach «dem grossen Vielleicht» seines Lebens. In Form des Mädchens Alaska glaubt er, es schliesslich gefunden zu haben. Alaska ist intelligent, frech, unwiderstehlich, zugleich aber distanziert und verletzlich. «Eine wie Alaska» ist eine Hommage an das Erwachsenwerden, über die Pubertät mit all ihren Tücken und Gefahren. Ein mitreissender Roman, der wichtige Fragen des Lebens und der Welt anvisiert und am Ende einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

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