Darum sagen Personalbüros wirklich ab

Eine Absage für einen Job zu bekommen, ist nie schön – vor allem dann nicht, wenn man sich nicht erklären kann, woran man bei der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch gescheitert ist. Ein Personalberater und Sozialpsychologe gibt Auskunft und verrät einige Tipps.

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Wer sich auf eine ausgeschriebene Stelle oder selbstinitiativ bei einem Arbeitgeber bewirbt, sollte zunächst einen gut strukturierten Lebenslauf und ein motiviertes Anschreiben dafür vorbereiten. Doch schon daran scheitert es oft, wie Personalberater und Sozialpsychologe Lucas Zehnder (38) verrät. Im Gespräch mit Vayamo gibt er Einblicke in die Job-Welt: «Je weniger Aufwand ein Personaler braucht, um die für ihn relevanten Informationen zu erfassen, desto mehr Zeit wird er haben, sich auch andere Teile der Bewerbung anzusehen», weiss Zehnder.

Noch wichtiger als eine saubere und ordentliche Gestaltung ist laut dem Experten aber der Inhalt der Bewerbung: «Wenn uns ein Job wirklich interessiert, stellen wir viel Recherchearbeit an. Wir wollen exakt herausfinden, was dem Unternehmen wichtig ist. Erst wenn unsere Informationen so vollständig wie möglich sind, verfassen wir unser Bewerbungsschreiben und passen unseren Lebenslauf an.»

Häufige Fehler beim Bewerbungsprozess

Ausser der mangelnden Vorbereitung werden häufig weitere Fehler gemacht. So komme es bei Job-Interviews oft vor, dass man das Gespräch zu wenig ernst nehme, wie Zehnder erklärt. «Wenn wir uns nicht über Firma, Branche und Stellenprofil informiert haben und auch nicht wissen, was wir selbst mit unseren Erfahrungen dazu beitragen können, werden wir sehr wahrscheinlich keine gute Figur machen», warnt der Personalberater. Dies führe dann zu Verunsicherung, da man ständig improvisieren müsse.

Auch übertriebene und ungefragte Ehrlichkeit können zu einer Absage führen, wie Zehnder erläutert: «Wir müssen uns bewusst sein, dass sich die Firmen im besten Licht darstellen werden – und wir dürfen es ihnen gleich tun. Oder wer sagt beim ersten Date, dass er in der Nacht laut schnarchen wird?» Zu dick auftragen solle man bei seiner Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch allerdings auch nicht. Man solle zu seinen Stärken stehen und dabei demütig bleiben.

Weitere Gründe, warum es mit dem Bewerben nicht klappt

«Immer wieder kommt es vor, dass Stellen nur pro forma ausgeschrieben werden, obwohl eine interne Besetzung schon lange feststeht. Auch werden Stellen teilweise nur zum Test publiziert, obwohl nicht wirklich eingestellt wird», bemerkt Zehnder. Auch wenn man «zu gefährlich» wirke und am Stuhl des Vorgesetzten sägen könnte, führe dies manchmal zu Absagen bei Bewerbungen.

 

PictureLucas Zehnder (38) ist Personalberater und Sozialpsychologe.
Seit 2019 unterhält Zehnder ausserdem einen Youtube-Channel
rund um Bewerbung, Job, Karriere und Psychologie. © zVg

«Dazu gesellen sich leider demografische und kulturbezogene Absagegründe, die noch immer eine viel zu starke Rolle spielen und sich auch nicht schön reden lassen: Alter, Geschlecht, Herkunft und sexuelle Orientierung», bemerkt der Personalberater und fügt an, dass zum Glück aber immer mehr Firmen auf Diversität setzen. Jede gesellschaftliche Entwicklung brauche etwas Zeit.

Was tun nach einer Absage?

Meist bleiben laut Zehnder die wahren Gründe für eine Absage jedoch verborgen. Auch eine Nachfrage bei HR-Abteilungen oder Personalbüros gebe nur selten Aufschluss.

Falls es mit dem Traumjob nicht geklappt hat, empfiehlt der Personalberater, sich auf schriftlichem Weg zu bedanken und zu signalisieren, dass man auch in Zukunft für Gespräche zur Verfügung steht. «So hinterlassen wir den bestmöglichen Eindruck und lassen die Türe für spätere Gelegenheiten offen.» Zum Abschluss rät Lucas Zehnder: «Stellensuchende dürfen sich von Absagen niemals entmutigen lassen.»

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