Bin ich ein Hypochonder?

Ständig ist da diese innere Überzeugung, schwer krank zu sein – doch kein Arzt kommt zu einer Diagnose. Ein zermürbendes Gefühl und für Betroffene sowie ihr Umfeld eine äusserst belastende Situation.

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Als Hypochonder wird niemand gerne bezeichnet, klingt es doch nach Nicht-ernst-genommen-werden. Sprüche wie «Ein Hypochonder ist ein Mensch, der sich nicht wohlfühlt, wenn er sich wohlfühlt» sind hämisch – und können fatal wirken! Vor allem für wirklich kranke Menschen, denen aufgrund fehlender Diagnose und nach längerer Leidenszeit einfach niemand mehr glaubt. 

Können körperliche Ursachen für Beschwerden aus medizinischer Sicht jedoch tatsächlich und eindeutig ausgeschlossen werden, handelt es sich möglicherweise um eine hypochondrische Störung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Hypochondrie, Fachbegriff Nosophobie, nicht als eigenständige Krankheit. Ob es nun als Syndrom, Krankheit, Symptom oder einfach als Spleen bezeichnet werden soll, darüber waren sich Fachleute bereits in der Vergangenheit nie ganz einig. Sicher ist, dass Hypochondrie existiert und nicht ignoriert werden darf. 

Ernst nehmen 

Die ständige Panik, krank zu werden oder bereits an einer schweren Krankheit zu leiden, ist für manche Betroffene alltagsbestimmend. Sie folgen zwanghaft dem Gefühl, ihren eigenen Körper und alle Organfunktionen ständig beobachten zu müssen, und sie reagieren deshalb auf jede kleinste Veränderung mit grosser Angst.

Ein Hypochonder sucht regelrecht nach Krankheitsanzeichen, weil er sich und seinem Umfeld beweisen will, dass er mit seiner Vermutung richtig liegt. Das kann so belastend werden, dass er sich kaum noch auf das normale Leben konzentrieren kann. Die Bestätigung von Ärzten, dass medizinisch alles in Ordnung ist, reicht einem Hypochonder nicht aus. Er lässt sich bei einem anderen Arzt einen Termin geben und forscht weiter. Schliesslich ist er fest davon überzeugt, krank zu sein. 

Therapie ist wichtig! 

Erst müssen körperliche Ursachen ganz klar ausgeschlossen werden können. Dann folgt ein eingehendes Gespräch zwischen Patient, Arzt und/oder Therapeut. Denn Menschen mit hypochondrischer Veranlagung sollten sich in psychiatrische oder psychologische Therapie begeben. Das erscheint Betroffenen unnötig, da sie von einer körperlichen Erkrankung ausgehen und nicht wahrhaben wollen, dass ihre Beschwerden psychische Ursachen haben. Experten deuten Hypochondrie als inneren Konflikt, der durch Angst oder Schuldgefühle entsteht: Betroffene schieben ihre Beschwerden auf die körperliche Gesundheit, statt sich mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen. 

Die Therapie wird individuell zusammengestellt – mit Verhaltenstherapie, Konfrontations- und Entspannungsübungen. Auch Medikamente wie Antidepressiva können zum Einsatz kommen. Ziel ist, die hypochondrische Störung in den Griff zu bekommen und Betroffenen zu einem Leben ohne ständige Angst zu verhelfen. 

Folgen auf das Umfeld 

Die Definition, wann jemand ein Hypochonder ist und sich in Behandlung begeben sollte, ist nicht eindeutig. Ist es alarmierend, wenn jemand häufig Angst hat, heiser zu werden oder grundlos glaubt, eine Grippe sei im Anmarsch? Bedenklich wird die Situation sicher dann, wenn eine Person über mehrere Monate ständig unter Angst leidet, laufend Temperatur, Blutdruck oder Puls misst, befürchtet, eine Schürf­wunde führe zur Blutvergiftung, eine vorübergehende Verstopfung sei ein Zeichen für Darmkrebs und einmal monatlich Kopfweh deute auf einen Hirntumor hin. Kurz: Wenn sich im Leben zu viel um Angst und Arzttermine dreht, der Leidensdruck hoch ist und den Ärzten, die Gesundheit attestieren, partout nicht geglaubt wird. 

Je mehr ein Hypochonder das Gefühl hat, er sei schwer krank und der Arzt wäre einfach nicht in der Lage, die Diagnose zu stellen, desto schlimmer wird es. Die ständige Angst macht es unmöglich, ein normales Leben zu führen. Soziale Kontakte aufrechtzuer­halten, wird zur Herausforderung. Einerseits, weil der Betroffene sich nicht ernst genommen fühlt und zurückzieht, aber auch, weil Menschen aus dem Umfeld das immer präsente Thema «Krank­heit» irgendwann nicht mehr er­tragen. Eine soziale Vereinsamung droht und kann wiederum zu Depressionen führen. 

Natürlich muss es nicht so ext­rem werden. Die meisten «Hypo­chonder» haben einfach Angst zu erkranken, sprechen aber nicht ständig darüber, weil es ihnen selber unangenehm ist. Ausser­dem: Hypochondrie in einer ganz leichten Form ist nicht zwangs­läufig schlecht. Sie führt nämlich dazu, dass man den Körper beob­achtet, Signale ernst nimmt und auch Vorsorgeuntersuchungen nicht einfach «ignoriert». Und das ist grundsätzlich positiv. 

Ursache ungeklärt

Woher Hypochondrie kommt, ist nicht geklärt. Aber häufig sind konkrete Vorfälle als Auslöser zu erkennen, etwa eine mit negativen Erfahrungen behaftete Erkrankung in der Familie. Menschen, die generell ängstlich sind und alles negativ beurteilen, neigen zudem vermehrt zu hypochondrischen Störungen.

Auch die Erziehung spielt eine Rolle. Eltern, die ständig um die Gesundheit ihres Kindes besorgt sind, fördern die Angst vor Krankheiten. Trotz der Vermutung, dass hinter Hypochondrie seelische Auslöser stecken, ist nicht auszuschliessen, dass sie auch eine biologische Ursache hat. Infrage kommt beispielsweise ein gestörter Gehirnstoffwechsel. 

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