Balsam für die Haut

Darüber wie wir unsere Haut am besten pflegen und vor allzu viel Sonneneinstrahlung schützen, gibt es viele Meinungen. Fest steht: Sonne tut ihr gut, zuviel davon ist aber schlecht. Was weniger bekannt ist: Mit der richtigen Ernährung können wir im Sommer so einiges für eine schöne Haut tun.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde von bewusster leben zur Verfügung gestellt.

Wenn Sie Ihre Haut nach dem härtesten Job der Welt befragen würden, wäre die Antwort: Stewardess. Denn die sogenannte Stewardessen-Krankheit (Periorale Dermatitis) zählt zu den am häufigsten behandelten Hautproblemen. Ursache der Beschwerden ist schlichtweg eine überpflegte Haut. Die Flugbegleiterinnen meinen es einfach zu gut: tägliches Peeling, verschiedenste Pflegeprodukte, lückenloses Make-up und unterschiedlichste Zusatzstoffe reizen die Haut, die dann mit roten Flecken und trockenen Stellen reagiert.

Dabei muss eine gesunde Haut eigentlich gar nicht gepflegt werden. Sie braucht lediglich bei besonderen Belastungen ein wenig extra Feuchtigkeit. Befindet sich die Haut in einem gesunden Gleichgewicht, produziert sie nämlich alle Substanzen selbst, um Feuchtigkeit zu binden. Dehalb wird die Stewardessen-Krankheit meist radikal behandelt: mit der sogenannten Nulltherapie. Dabei werden sämtliche Cremes, Gels, Lotions und auch das Make-up für einige Tage komplett weggelassen bis sich das Hautbild wieder normalisiert und eine deutlich reduzierte Pflege mit einem Minimum an Produkten und Zusatzstoffen wieder aufgenommen werden kann. Für eine gesunde Haut ist somit keine Pflege die beste Pflege. 

Lassen sich Falten wegcremen? 

Beim Thema Hautpflege gilt grundsätzlich: Alles was Sie sich auf die Haut schmieren, hat nur einen minimalen Effekt, wenn überhaupt. Auch wenn die Kosmetik-Werbung mit viel Aufwand versucht, Hoffnung und Zuversicht zu verbreiten, gibt es keine Creme, die die Haut jünger macht. Selbst dem Kosmetik-Riesen L’Oréal wurde gerichtlich untersagt, seine Produkte mit der Behauptung «sichtbar jugendlichere Haut in sieben Tagen» zu bewerben.

Weder die Erkenntnisse der Genforschung oder wundersame Nanopartikel noch «bisher unentdeckte Naturheilstoffe» können die Zeit zurückdrehen. Dass hochgepriesene neue Wirkstoffe patentiert sein sollen, sagt auch nichts über deren Wirksamkeit aus. Der Griff zur Anti-Falten-Creme hat nur den einen Grund, Falten zu reduzieren und somit die sichtbaren Anzeichen der Hautalterung zu verzögern. Gemeinerweise findet der Alterungsprozess der Haut genau dort statt, wo Kosmetika gar nicht eindringen können, nämlich in der Lederhaut. Fakt ist: Anti-Aging-Cremes bringen nichts. Falten lassen sich nicht wegcremen. 

Hautgesundheit zum essen 

Dagegen können wir mit der richtigen Ernährung einiges für eine schöne, gepflegte Haut tun. Unsere Ernährungsgewohnheiten wirken sich je nachdem wie sie ausfallen entweder positiv oder negativ auf unser Hautbild aus. Wenn wir unserer Haut also von innen Gutes tun wollen, dann sollten wir besonders zu solchen Nahrungsmitteln greifen, die uns mit wichtigen Nährstoffen versorgen und ausserdem entzündungshemmend wirken. Dazu gehören als Gemüse Brokkoli, Knoblauch, Spinat, Tomaten, Weisskohl, Yams und Zwiebeln und als Obst Ananas, Apfelbeeren (Aronia), Heidelbeeren, Kirschen und Papaya. 

Tomatenmark statt Sonnencreme? 

Und wer beispielsweise die mediterrane Ernährung mag und gerne Pizza oder Pasta isst, hat künftig noch einen weiteren guten Grund dazu, sich solch sinnlicher Freude zu überlassen. Inzwischen weiss man, dass wir damit unserer Haut generell guttun. Gerichte mit Tomatenmark sind nämlich auch ein ausgezeichneter Sonnenschutz. Den Hautschutzeffekt von Tomaten hat erst kürzlich eine wissenschaftliche Studie nachgewiesen. Dafür 
mussten die Teilnehmer mehrere Wochen lang etwa 40 Gramm Tomatenmark verspeisen. Ob als Brotaufstrich, Pastasauce oder in einer Suppe blieb ihnen überlassen. Verglichen mit der Kontrollgruppe, die sich ganz normal ernähren konnte, hatte die Haut der «Tomatenesser» nach zehn Wochen einen Sonnenschutzfaktor von zwei bis drei aufgebaut.

Achtung: Natürlich macht diese Ernährung die Anwendung einer Sonnencreme vor einem Sonnenbad nicht überflüssig – allerdings lässt sich damit ein Grundschutz für die gesamte Haut erzielen. Immerhin hält ein Lichtschutzfaktor zwei bereits die Hälfte der Sonnenstrahlen ab. 

Verantwortlich für die Lichtschutzwirkung ist vor allem das Tomatenpigment Lycopin. Es ist für die rote Farbe des Gemüses zuständig und schützt gleichzeitig unsere Haut vor Sonnenallergien, Sonnenbrand und Hautalterung. Zum einen lagert sich der Tomatenfarbstoff in der Haut ein und schützt so – ähnlich einem Sonnenschirm – die Hautzellen vor UV-Strahlen. Zum anderen fängt Lycopin freie Radikale ab, die bei zu viel Sonnenbestrahlung in der Haut entstehen und für Sonnenbrand und Faltenbildung mitverantwortlich sind. Zudem hat man festgestellt, dass durch ein besonders langes Kochen der Tomaten mehr Lycopin freigesetzt wird, als beim kurzen Dünsten. Der Grund: Durch das Erhitzen werden die Zellhüllen aufgebrochen. 

Möhren für einen schönen Teint 

Nicht nur Lycopin, auch das Betacarotin, das reichlich in Rüebli, Roter Bete und dunklem Blattgemüse enthalten ist und im Körper in Vitamin A umgewandelt wird, schützt die Haut vor Sonnenschäden. Das belegt eine andere wissenschaftliche Studie.

Dabei kamen zwanzig junge Frauen in den Genuss, sich 13 Tage lang am Strand des Roten Meeres zu sonnen. Zuvor hatte eine Gruppe bereits zehn Wochen lang täglich 30 Milligramm Betacarotin eingenommen, die anderen Frauen erhielten ein wirkungsloses Placebo. Am Strand cremten sich alle Teilnehmerinnen dann noch mit einer Sonnencreme ein. Doch bei denen, die bereits vor dem Sommerurlaub und auch während des zweiwöchigen Aufenthaltes den Karottenfarbstoff Betacarotin erhalten hatten, rötete sich die Haut unter der intensiven Sonneneinstrahlung am Roten Meer weniger als in der Placebo-Gruppe. 

Hautschutz aus dem Gemüsegarten 

Daraus lässt sich schliessen, dass betacarotinreiche Nahrung vor und während eines Sonnenaufenthaltes in Kombination mit Sonnenschutzprodukten die Haut wesentlich besser vor Sonnenbrand und Lichtschäden schützt als die alleinige Anwendung einer Sonnencreme. 

Übrigens: Ähnlich wie Tomaten sollte man auch Möhren öfter gekocht oder zerkleinert verzehren, denn dann versorgen sie den Organismus besser mit dem wichtigen Betacarotin. Schon ein bis zwei Möhren, ein Glas Möhrensaft oder eine grosse Portion Spinat decken den täglichen Betacarotinbedarf. Und schon schimmert nach einigen Wochen die Haut leicht bräunlich. Mit Lycopin ist man ausreichend versorgt, wenn man täglich ein Glas Tomatensaft trinkt, ein Brot mit einem Esslöffel Tomatenmark bestreicht oder einen Teller Nudeln mit Tomatensauce verspeist. 

Es gibt aber auch einige Nahrungsmittel, die im Verdacht stehen, die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen. Besonders lichtempfindliche und hellhäutige Menschen sollten sie im Sommer deshalb auf keinen Fall in grösseren Mengen zu sich nehmen. Dazu gehören vor allem Zitrusfrüchte wie Feigen, Sellerie, Fenchel, Kümmel, Kerbel, Koriander, Süssstoffe aller Art und Johanniskrautpräparate. In kleineren Mengen stellen die meisten Nahrungsmittel allerdings kein Problem dar. 

Besonders wichtig: Vitamin D 

Nebenden Betacarotinen braucht unsere Haut gerade im Sommer besonders viel Vitamin D. Neben der Sonne existiert glücklicherweise eine zweite bedeutende Quelle für das hautfreundliche Vitamin D. Und dabei geht es wieder um unsere Ernährung, denn wir können Vitamin D auch über die Nahrung aufnehmen. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in frischem Fisch wie Lachs, Hering, Thunfisch, Sardinen, Aal und im Lebertran. Deutlich weniger in Rinderleber, Eigelb und einigen Speisepilzen. Und natürlich tut das Vitamin D nicht nur unserer Haut gut, sondern zugleich unserem ganzen Bewegungsapparat. Deshalb stimmen mittlerweile Sportmediziner in die Lobeshymnen auf das Vitamin D ein, denn sie wissen sehr genau, dass davon Knochen, Gelenke und Muskeln gleichermassen profitieren. 

Was ist mit Sonnencreme? 

Zur Rolle des so wichtigen Sonnenlichts noch ein paar Infos: Nur die UV-B-Strahlung kann die Vitamin-D-Bildung in der Haut anstossen. Die UV-A-Strahlung kann das nicht. Ein Besuch im Solarium, wo vor allem UV-A abgestrahlt wird, ist für die Vitamin-D-Bildung also sinnlos. 

Was den Gebrauch von Sonnencreme angeht, so empfieht das Deutsche Grüne Kreuz das Eincremen mit Sonnenschutzmitteln circa 30 Minuten bevor man in die Sonne geht. Das gilt vor allem für Cremes mit chemischen Filtern. Sonnenmittel mit mineralischen Filtern wirken laut dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin direkt. 

Beim Auftragen gilt es, bloss nicht zu geizen. Und alle zwei bis drei Stunden ist Nachcremen angesagt. Beim Baden sollte die Creme ausserdem wasserfest sein. Zugegeben, das nervt. Aber Ihre Haut dankt es Ihnen. Wie lange wir uns ohne Schutz in der Sonne aufhalten können, hängt zudem vom Hauttyp ab:

  • Nummer I ist der keltische Typ. Er hat meist rote Haare, eine helle Haut, immer Sommersprossen und wird eigentlich nicht braun. Nach maximal zehn Minuten ohne Schutz bekommt er einen Sonnenbrand.
  • Hauttyp II ist der nordeuropäische Typ mit blond-braunen Haaren und sehr hellen Augen. Er hat meist Sommersprossen, bräunt langsam und bekommt häufig einen Sonnenbrand. Sein Eigenschutz hält zehn bis 20 Minuten.
  • Hauttyp III ist der Mischtyp mit braunen Haaren und vorwiegend braunen Augen. Er kann sich gefahrlos 20 bis 30 Minuten in der Sonne aufhalten.
  • Der südländisch wirkende Hauttyp IV hat eine bräunliche Haut und nie Sommersprossen. Er darf mehr als 30 Minuten ohne Schutz in die Sonne.

Es kommt natürlich auch daraufan, wie vorgebräunt die Haut ist, und wie intensiv die Sonne. Wer seinen Hauttyp kennt, der weiss auch, wie lange er ohne Sonnenschutz auskommt. Erwachsene wie Kinder setzen sich am besten eine Mütze oder einen Hut auf den Kopf und eine Sonnenbrille auf die Nase. Ansonst gilt die altbekannte Faustregel: Meiden Sie die besonders intensive Mittagshitze! 

Freunde, mit denen Ihre Haut jung bleibt 

  • Sonnenschutz: Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor.
  • Stilles Wasser: etwa eineinhalb Liter täglich.
  • Obst, Gemüse und alle Lebensmittel, die reich an sekundären Pflanzenstoffen sind.
  • Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder ein Waldspaziergang bauen wirksam Stress ab und verleihen Ihrer Haut einen frischen, erholten Teint.
  • Sport und Bewegung, gern auch an der frischen Luft.
  • Lachen: das beste Mittel für einen strahlenden Teint, rezeptfrei und kostenlos.

Feinde, auf die Ihre Haut gern verzichtet 

  • Solarium
  • UV-Strahlung
  • Zigaretten: Raucher bekommen nicht nur eher Falter, sondern auch tiefere.
  • verschmutzte Luft
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Fleisch- und Wurstwaren: Die darin enthaltene Arachidonsäure fördert die Faltenbildung.
  • langes, heisses Duschen 

Milch, Lotion, Creme oder Gel? 

Die meisten greifen vor einem Sonnenbad zu Milch oder Lotionen, die zu 70 Prozent aus Wasser bestehen, dünnflüssig sind und sich daher gut verteilen lassen. Menschen mit trockener Haut wird zu fetthaltigen Cremes geraten. Bei einer eher fettigen Haut hingegen empfehlen sich fettfreie Gels oder Sprays. Wer Sonnencreme aufträgt, muss auch auf Make-up nicht verzichten. Der Schutz sollte aber zuerst kommen, dann das Make-up. 

Aber auch die Lippen brauchen einen Sonnenschutz. Und dafür gibt es Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor 50. Und falls die Haut trotz aller Massnahmen doch einmal verbrannt ist, helfen ihr kühlende Cremes und After-Sun-Produkte. Ein echter Balsam für die Sommerhaut! Akut tut es auch ein nasses Küchenhandtuch. Aber bitte keine Kühlakkus verwenden, die können zu Erfrierungen führen. Ausserdem sollten Betroffene viel trinken. Ist der Sonnenbrand stärker, muss der Arzt helfen. 

Die von der Sonne verbrannte Haut wird trocken und bildet kleine Fältchen. Pellt sich die Haut, kann man nichts mehr dagegen tun. Man kann aber vorbeugen, und sich gar nicht erst verbrennen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine schöne Haut für einen heissen Sommer! 

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