7 Tipps für eine bewusste Ernährung

Wie Sie Ihr Essen freudig und sorgenfrei geniessen können und – wenn Sie Glück haben – auch noch länger und gesünder leben.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde von bewusster leben zur Verfügung gestellt.

1. Es kommt nicht darauf an, was Sie essen, sondern wie! 

Wer kennt das nicht? Wenn wir es eilig haben, gehen wir schon Mal nachlässig mit unserem Vorsatz «nur Gesundes zu essen» um. Dann finden wir uns plötzlich in der Pommesbude vor einem Pappdeckel mit einer deftig scharfen Currywurst und viel Pommes wieder. Und wenn wir das Fast Food dann genüsslich verschlungen haben, meinen wir uns schuldbewusst rechtfertigen zu müssen: «Ich weiss, es ist nicht gesund.»

Wer so veranlagt ist, dem sei zugerufen: «Doch, es ist gesund.» Wenn Sie sich dabei mit einem Freund oder einer Freundin ausgiebig und gut gelaunt über das letzte Wochenende unterhalten haben und den ganzen Alltagsstress bei einer entspannten Plauderei einfach mal vergessen können, dann tut die Currywurst Ihrer Seele gut. Und was der Seele guttut, kann dem Körper nicht schaden. Wenn Sie hingegen mit Frust, Hektik oder in einer sonst wie ungemütlichen Atmosphäre Ihr Eisbein herunterschlingen, ist das garantiert nicht gesund. Und das trifft eben auch auf den Biosaft oder den Soja-Burger zu. Ein heiteres Mahl in beschwingter Runde sorgt für weniger Stresshormone und hat in jedem Fall günstige Auswirkungen auf die Gesundheit. 

2. Misstrauen Sie Slogans wie «Rotwein ist so gesund.»

Es sind immer wieder und zwar erstaunlich oft französische Forscher, die entdecken, welch grossartig gesundheitsfördernde Wirkung ein Gläschen Rotwein hat. Doch Sie sollten sich lieber an das halten, was neuseeländische Forscher festgestellt haben und inzwischen als wissenschaftliches Allgemeingut gilt: «In keiner Dosis ist der Nutzen des Alkohols grösser als der Schaden.»

Viele Wissenschaftler vernachlässigen in ihrem Drang, dem Alkohol doch noch Positives abzugewinnen immer wieder allgemeine wissenschaftliche Standards. So ist bekannt geworden, dass beim Vergleich von gemässigten Trinkern und Abstinenzlern auch ehemalige Trinker zu den Abstinenzlern gezählt wurden. Diese mussten mit dem Trinken aufhören, weil sie krank geworden waren. Kein Wunder also, dass die gemässigten Trinker im Vergleich gesünder waren. 

3. Vergessen Sie Diätpläne! 

Die Wissenschaft hat inzwischen mit dem Märchen aufgeräumt, dass nicht Menschen mit vermeintlichem Idealgewicht am längsten und gesündesten leben, sondern diejenigen mit einem leichten Übergewicht am längsten und gesündesten leben. Ihre Reserven sind im Krankheitsfalle grösser und zumeist verfügen sie auch über ein besseres körpereigenes Abwehrsystem. Der gesündeste Menschtyp ist demnach derjenige mit leichtem Hüftspeck. 

Wozu also Diäten? Wer dennoch abnehmen will, für den gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder weniger essen («Friss-die- Hälfte-Regel») oder mehr Energie verbrauchen, also vor allem viel Bewegung. Niemand sollte sich aufgrund seines Gewichts den Spass am Essen verderben lassen. Eine gute Faustregel besagt: Essen Sie nur so viel, bis Sie sich zu 80 Prozent satt fühlen. Die meisten Diäten oder Schlankheitskuren haben sich als unseriös oder unpraktikabel erwiesen.

Finnische Forscher haben übrigens festgestellt, dass allein der Versuch, immer wieder abzunehmen, auf Dauer ungesünder sein kann, als wenn Übergewichtige ihr Gewicht halten oder sogar noch zulegen. 

4. Essen Sie regional und kochen Sie selbst 

Gemüse und Obst sind auf dem Bauernmarkt stets frischer als im Supermarkt. Die Produkte sind einfach frischer und gesünder und belasten die Umwelt weniger. Es ist doch der schiere Wahnsinn, tief gefrorene, bestrahlte, begaste oder sonst wie haltbar gemachte Produkte aus dem Supermarkt zu holen, die auch noch über den halben Kontinent gekarrt wurden, wenn man auf dem lokalen Wochenmarkt Gemüse kaufen kann, das gestern noch in der Erde steckte. Also: regional essen! Ein Salat aus dem Supermarkt ist eine Dummheit, wenn man auf dem Markt die Wahl zwischen acht oder zehn einheimischen Salatsorten hat, die frisch und voller guter Dinge sind.

Wer so ganz bewusst seine Nahrungsmittel einkauft, sich also für das interessiert, was er zu sich nimmt, der sollte auch noch: selber kochen! Nur wer selbst kocht, weiss auch, was drin ist im Essen. Man mag vielleicht viel über Giftstoffe wissen, über biologisch-dynamisch angebaute Nahrungsmittel, aber das nützt alles nichts, wenn man nicht selber kochen kann. Kochen ist nun mal der grundlegende Zugang zum Verständnis einer gesunden Ernährung. 

5. Essen Sie alles und möglichst vielseitig 

Es gibt keine an sich ungesunden Nahrungsmittel – und keine, die ganz besonders wertvoll für die Gesundheit sind. Wir wissen nach wie vor kaum, was gesund ist. Über die Binsenweisheiten, dass wir nicht zu fett, nicht zu süss, nicht zu üppig und möglichst mehr Gemüse als Fleisch essen sollten reichen die Erkenntnisse nicht hinaus. Aber nicht einmal die sind belegt und die Einhaltung dieser Regeln garantiert auch nicht automatisch ein langes und gesundes Leben. Deshalb essen Sie am besten alles und das möglichst entspannt. Und essen Sie vielseitig. Damit können Sie wenig falsch machen. Probieren Sie immer wieder mal neue Rezepte aus, seien Sie kreativ und trauen Sie sich auch solche Nahrungsmittel zuzubereiten, die Sie bisher gemieden haben. 

6. Essen Sie nie mit Leuten, die ständig übers Essen reden 

Jeder kennt sie, diese Menschen, bei denen sich alles ums Essen dreht. Die genau wissen, welche Nahrungsmittel gut und welche schlecht sind. Sie kennen sich aus mit Nährwerten, Kalorientabellen und Vitamingehalten. Sie wissen, welchen Anteil an ungesättigten Fettsäuren dieser oder jener Fisch enthält und dass man Pfifferlinge aus der Ukraine wegen der immer noch bestehenden Strahlenbelastung ja nicht essen sollte. Sie kennen sämtliche Ernährungstheorien: Das Essen nach den Blutgruppen, Trennkost, Glydiäten und vor allem fleischlos muss es sein. Sie kennen sich aus mit Fatburnern, Transfetten, Acrylamiden, Isoflavonoiden, Polysacchariden, Carotinoiden und vielen anderen wissenschaftlich klingenden Bezeichnungen. 

Solche Menschen sind die Opfer von Ernährungswissenschaftlern und Öffentlichkeitsarbeitern in Industrie und Werbung. Und sie sind vor allem eines: besessen vom gesunden Essen. Dafür gibt es inzwischen sogar einen 
Namen: Orthorexie nennt die Fachwelt das Beschwerdebild, bei dem sich alle Gedanken nur noch um eine möglichst gesunde und schadstoffarme Ernährung drehen. Gehen Sie solchen Menschen aus dem Weg. Mahlzeiten, die Ihnen guttun, sind Ihnen in der Gegenwart solcher Menschen unmöglich. 

7. Essen Sie bewusster 

In den USA gibt es seit einiger Zeit die «Lohas». Das ist die Abkürzung für «Lifestyle of health and substainability» und bezeichnet eine neue Klasse der Jungen, Gesundheitsbewussten und Reichen. Diese Menschen setzen auf ihr überlegenes Bewusstsein, wollen aber mit der Müsli- und Bioladengeneration der 80er-Jahre des vorherigen Jahrhunderts nichts zu tun haben. Entscheidend für sie ist die Produktionsgeschichte, die in einem Lebensmittel steckt. Das Lieblingswort der «Lolas» heisst «nachhaltig» und der bedeutendste Mann der Gegenwart Al Gore. Sie geben überdurchschnittlich viel Geld für solche Lebensmittel aus, die den CO2-Ausstoss reduzieren oder aus der näheren Umgebung kommen. Sie essen nur, was das Label «politisch korrekt» trägt.

Ob das alles wirklich der Gesundheit dient, steht dahin. Macht nichts, sie fühlen sich gut dabei und glauben, mit der richtigen Überzeugung etwas für den Weltfrieden oder gegen die Klimakatastrophe getan zu haben. Das allein setzt ungeahnte Placeboeffekte frei. Und eine Placebowirkung kann Beschwerden um bis zu 30 Prozent lindern und das Wohlbefinden um bis zu 30 Prozent steigern. Fazit: Wer glaubt, dass er gesund isst, ist auch gesünder. 

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